Der schwedische Karikaturist Lars Vilks, der wegen einer Mohammed-Karikatur unter Polizeischutz stand, ist am Sonntag bei einem Verkehrsunfall in Schweden gestorben. Neben dem 75-Jährigen seien auch die beiden Polizeibeamten getötet worden, die zum Schutz des Künstlers abgestellt waren, teilte die schwedische Polizei der Nachrichtenagentur AFP mit.

Der Unfall ereignete sich demnach am Nachmittag auf der Autobahn E4 in der Nähe der Stadt Markaryd im Süden des Landes, als der Pkw mit Vilks und den Polizisten mit einem in der Gegenrichtung fahrenden Lkw zusammenstieß. Einen Angriff auf Vilks schlossen die Behörden aus. Der Fall werde "wie jeder andere Verkehrsunfall untersucht".

Nach Angaben der Tageszeitung "Expressen" durchbrach das Fahrzeug mit Vilks aus noch ungeklärter Ursache eine Leitplanke, bevor es mit dem Lastwagen zusammenstieß. Der Lkw-Fahrer wurde der Polizei zufolge ins Krankenhaus eingeliefert.

Auf die Nachricht von dem Unfall reagierten auch oberste Politiker des Landes. Es handle sich um einen "unerhört tragischen" Verkehrsunfall, bei dem Vilks und die beiden Beamten umgekommen seien, schrieb die schwedische Kulturministerin Amanda Lind auf Twitter. Vilks habe seit 2010 in Unfreiheit leben müssen, weil er von seiner Meinungsfreiheit und künstlerischen Freiheit Gebrauch gemacht habe. Ähnlich äußerte sich auch Regierungschef Stefan Löfven in einer Erklärung. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen, Freunden und Kollegen der Umgekommenen. "Dass die Person, die wir schützen wollten, und zwei Kollegen bei dieser Tragödie ums Leben kamen, ist unfassbar und sehr traurig", sagte Carina Persson, Leiterin der Regionalpolizei.

2015 Anschlag überlebt

Der 1946 in Helsingborg geborene Künstler war bekannt für seine Holzskulpturen und dafür, dass er den Propheten Mohammed als schwedentypische Hundefigur in der Mitte von Kreisverkehren abgebildet hatte. Letzteres sorgte dafür, dass er seit Jahren unter Polizeischutz leben musste. Im August 2007 hatte eine schwedische Zeitung erstmals eine der Mohammed-Zeichnungen veröffentlicht. Die Zeichnungen führten - wie etwa auch bei Mohammed-Karikaturen etwa in Dänemark oder Frankreich - zu internationalen Protesten, Vilks wurde so zum Hassobjekt von Islamisten.

Im Zusammenhang mit einer Diskussionsveranstaltung in Kopenhagen wurde 2015 ein Kulturzentrum in der dänischen Hauptstadt beschossen, in dem sich Vilks befand. Zwar entkam Vilks dem 22-jährigen dänischen Attentäter mit palästinensischen Wurzeln bei der Veranstaltung zur Meinungsfreiheit, dieser tötete jedoch den dänischen Filmemacher Finn Nörgaard und verletzte drei Polizisten. Später tötete der vorbestrafte Täter vor einer Synagoge einen jüdischen Wachmann und verletzte zwei Polizisten, bevor ihn die Polizei vor seiner Wohnung erschoss.

In Unfreiheit für seine Meinungsfreiheit

Auf die Nachricht von dem Unfall reagierten auch oberste Politiker des Landes. Es handle sich um einen "unerhört tragischen" Verkehrsunfall, bei dem Vilks und die beiden Beamten umgekommen seien, schrieb die schwedische Kulturministerin Amanda Lind auf Twitter. Vilks habe seit 2010 in Unfreiheit leben müssen, weil er von seiner Meinungsfreiheit und künstlerischen Freiheit Gebrauch gemacht habe. Ähnlich äußerte sich auch Regierungschef Stefan Löfven in einer Erklärung. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen, Freunden und Kollegen der Umgekommenen. (apa/afp)