Also, 2020 war schon kein besonders ersprießliches Jahr. Deshalb passte es wie die Faust aufs Auge, dass Netflix am Ende dieses einschneidenden Jahres eine Dokumentation mit dem Titel "Death to 2020" ausstrahlte. Denn genau das, den Tod, und womöglich einen qualvollen, wünschten viele 2020. Die Doku war natürlich Fake, also eine sogenannte Mockumentary, in der zum Beispiel Hugh Grant als derangierter Wissenschaftler auftrat und Lisa Kudrow als PR-Lügenmaschine für Donald Trump. Sie stammte von den Machern der Serie "Black Mirror", die einen guten Riecher für schleichende dystopische Entwicklungen vor allem im Technologiebereich hat. Aber ein Jahr wie 2020 ist nicht einmal denen im Vorfeld eingefallen.

Nun war der letzte Jahreswechsel doch immerhin durch ein paar Hoffnungsflankerl aufgehellt. Aber dann, ja dann kam 2021. Und mit ihm Menschen, die vor überfüllten Spitälern gegen eine rettende Impfung demonstrieren. Und Pferdeentwurmungsmittel vorzogen. Auch so etwas haben die "Black Mirror"-Schreiber nicht antizipiert. Aber es ist wohl einer der Gründe, warum auf Netflix auch heuer wieder einem Jahr der Tod gewünscht wird: "Death to 2021" ist ab 27. Dezember zu sehen.

Kabarettisten blicken zurück

Wer am Ende des Jahres einfach nur lachen will, hat aber auch mit dem österreichischen und deutschen Fernsehprogramm genügend Gelegenheit dazu. Der kleine Boom satirischer Jahresrückblicke setzt sich fort und lässt somit das von der Coronapandemie als auch innenpolitischen Turbulenzen gezeichnete Jahr beschwingt ausklingen. Material dürften Kabarettistinnen und Kabarettisten erneut genug gesammelt haben.

Auf ORF 1 steht am 30. Dezember um 20.15 Uhr "Schluss mit lustig - Der satirische Jahresrückblick 2021" am Programm. Dabei versammelt Gerald Fleischhacker erneut Kabarettkolleginnen und -kollegen wie Alex Kristan, Andreas Vitásek, Katharina Straßer oder Omar Sarsam um sich und berichtet über Politik, Sport und Chronik. Dabei dürfte ein Thema im Vordergrund stehen: Chatprotokolle.

Fleischhacker ist auch schon am 9. Dezember um 21.55 Uhr auf ORF III bei einem Jahresrückblick der "Tafelrunde" Gastgeber. Er lädt ins ORF-Radiokulturhaus um mit den Comedy-Hirten, Angelika Niedetzky, Christof Spörk und Flo & Wisch "mit viel Humor und messerscharfer Klinge" das sich dem Ende zuneigende Jahr zu analysieren, teilte der ORF mit. Die besten Momente der "Tafelrunde", die Monat für Monat das Geschehen kommentierte, sind dann im Anschluss ab 22.50 Uhr zu sehen. Im neuen Jahr gibt es auf ORF 1 (11. Jänner, 22.15 Uhr) Gelegenheit, das Beste aus der Herbstsaison von "Willkommen Österreich" mit Dirk Stermann und Christoph Grissemann Revue passieren zu lassen.

Auf Servus TV steht der 31. Dezember ganz im Zeichen der Unterhaltung. Die Gusto-Stückerl des Servus TV-Kabarettjahres stehen ab 19.30 Uhr bei "Das Beste zum Schluss" am Programm.

Unsachliche Abrechnungen

Im deutschen TV blickt am 17. Dezember neben der "heute-show" mit Oliver Welke auch wieder die ZDF-Sendung "Der satirische Jahresrückblick" von den "Frontal"-Autoren Werner Doyé und Andreas Wiemers auf 2021 zurück. Dieter Nuhr wagt in der ARD am 21. Dezember einen "bemerkenswert unsachlichen" Rückblick. RTL bringt am 22. Dezember die neue Show "Die Abrechnung des Jahres – mit Ilka Bessin & Oliver Pocher". Dabei bespricht das Duo Menschen wie Britney Spears ("hat sich endlich von ihrem Vater getrennt") oder auch Helene Fischer ("hechelt bald atemlos ihr Baby zur Welt"). Wie RTL mitteilt, wollen Bessin und Pocher für jeden Monat einen Preis vergeben.

Am Abend vor Silvester (30.12., 20.15 Uhr) ist Urban Priol wieder bei 3sat auf Sendung. "Aus scheinbar Unzusammenhängendem knüpft Priol, der Meister des realitätsnahen Sarkasmus, aberwitzige Fäden, die sich am Ende zu einer unglaublichen Logik verstricken", heißt es vom ZDF über "TILT 2021 – der Jahresrückblick" aus dem Steintor-Varieté in Halle. Am Silvesterabend hat das ZDF (31.12., 19.25 Uhr) auch noch einen Comedyjahresrückblick mit Fabian Köster und Lutz van der Horst im Programm: Er heißt "Deckel drauf – 2021". (apa/cb)