Die Medienbehörde KommAustria hat das Modul "Topos" für den geplanten ORF-Player genehmigt. Laut einer Aussendung des ORF stelle die thematische Ausrichtung und multimediale Gestaltung des Moduls vergleichsweise starke Alleinstellungsmerkmale dar, wodurch keine Angebote am Markt von dessen Realisierung in relevantem Ausmaß betroffen wären. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) kann jedoch noch Rechtsmittel gegen die Entscheidung ergreifen.

"Topos" ist als Wissenschafts-, Bildungs-, Religions- und Kulturbereich des Players gedacht. Die Erhöhung der Sichtbarkeit sowie die Herstellung neuer thematischer Verbindungen zwischen diesen unterschiedlichen Feldern wird von der KommAustria als positiv für die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags erwähnt.

ORF zufrieden

Der scheidende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz begrüßte, dass die KommAustria zu dieser Entscheidung gelangte und hofft auf eine baldige Inbetriebnahme. "'Topos' ist ein bedeutender Schritt in der Weiterentwicklung des Kulturangebots des ORF und für das österreichische Kulturleben", wurde Wrabetz zitiert. Der künftige ORF-Chef Roland Weißmann sieht einen "wichtigen Etappenschritt" gegeben: "Wir werden unseren öffentlich-rechtlichen Auftrag im digitalen Zeitalter noch besser erfüllen können."

Der ORF-Player kann prinzipiell nur durch eine Digitalnovelle des ORF-Gesetzes zu voller Entfaltung finden. Ohne diese sind nach derzeitigem Stand neben "Topos" auch das "Sound"-, das "Live"- und das "Newsroom"-Modul realisierbar. "Sound" soll die größte Audioplattform Österreichs werden und auch Podcasts beheimaten. "Live" verspricht das Streaming der jeweiligen Programme sowie eine Kommentar- und Teilen-Funktion. "Newsroom" ist als Infoportal zu verstehen.

Zechner liefert ORF auch künftig Ideen

Die mit 1. Jänner scheidende ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner bleibt ihrem langjährigen Arbeitgeber weiterhin verbunden. "Es gibt eine für beide Seiten befruchtende Vereinbarung, dass ich ab Jänner 2022 meine Kreativität und mein Entwicklungsgen weiter dem ORF bereitstellen werde", sagte sie den "Salzburger Nachrichten" in einem Interview. Dabei werde sie in reduziertem Umfang tätig sein, wobei der ORF ihr einziger Partner auf dem Gebiet von Rundfunkunternehmen sei.

Sie scheide mit "zwei zufriedenen, glücklichen, erfüllten Augen", so die 58-jährige gebürtige Grazerin, die erstmals 1987 für das größte Medienunternehmen des Landes tätig war. "Zwei Jahrzehnte ORF, dazwischen Vereinigte Bühen - das ist ein erfülltes Leben, genug, um glücklich und sehr gelassen zu gehen." Der Übergang zu ihrer Nachfolgerin Stefanie Groiss-Horowitz sei kollegial, kooperativ und wertschätzend verlaufen. Groiss-Horowitz sei "eine starke Fachfrau, die spannende, auch menschliche Seiten hat. Sie ist eine feine Professionistin mit einem gerüttelt Maß an Humor". Zechner attestiert ihr zudem Potenzial, ob sie ihre Chance aber auch verwertet, "wird sich zeigen".

Stolz blickt Zechner auf die gepflegte "Kultur des Miteinanders" zurück. Hinsichtlich realisierter Projekte strich sie etwa die Beamten-Sitcom "MA 2412", historische Stoffe wie "Das ewige Lied" oder auch die "Landkrimis" und "Vorstadtweiber" hervor. Gerne hätte sie allerdings noch den Vorabend in ORF 1 neu aufgestellt. Pläne seien bereits vor fünf Jahren mit ihrem Team entwickelt worden.

FM4 trauert um Gerlinde Lang

FM4 trauert um Moderatorin und Redakteurin Gerlinde Lang, die am 28. Dezember 2021 nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.

ORF-Radiodirektorin und FM4-Chefin Monika Eigensperger in einer Aussendung: "Gerlinde Lang kam bereits mit Anfang 20 zu FM4, weil es ihr Traum war, Radiomoderatorin zu werden. Bereits da war schon klar, dass sie nicht nur einen Traum, sondern auch viel Talent hatte. Eine frische, unverbrauchte Stimme, die sich sehr schnell on Air bewährt hat - und beeindruckenderweise bis zum Schluss genauso frisch geklungen hat, wenn auch natürlich noch viel professioneller. Es macht mich sehr traurig, dass wir diese Stimme nun nicht mehr hören werden. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie."

Bereits mit 20 Jahren fing Gerlinde Lang bei FM4 an, dem Sender, den sie ihr Leben lang begleiten und mitprägen sollte: Mode, Musik, Games, Kunst und vieles mehr - all ihre Leidenschaften brachte sie bei FM4 ein und setzte sich mit großer Neugier und einer ansteckenden Begeisterungsfähigkeit damit auseinander. On Air moderierte sie die Sendungen "Connected" und "Homebase" sowie die "FM4 Charts"; ihre Fröhlichkeit, ihre verschmitzten Kommentare und ihr echtes Interesse an den Inhalten, die sie präsentierte, machten den ganz besonderen Charme ihrer Moderationen aus. Bei Außeneinsätzen war sie oft und gern dabei, ob bei großen Festivals, FM4-Touren oder jahrelang im Reporter/innen-Team bei der Ars Electronica in Linz. Zuletzt hat sie als Spät-Chefin vom Dienst kompetent und gelassen die Abendsendungen bei FM4 abgewickelt. Nun ist eine der prägnantesten FM4-Stimmen verstummt. Mit Gerlinde Lang haben die Mitarbeiter/innen von FM4 nicht nur eine Kollegin verloren, sondern einen besonderen Menschen, mit dem sie viele schöne Erinnerungen verbinden. Sie wird fehlen. FM4-"Connected" sendet heute ab 15.00 Uhr eine Stunde in Erinnerung an Gerlinde Lang.(apa)