Für Einwohner Russlands könnte es einfacher werden, Twitter auch bei einer Blockade des Dienstes weiterzunutzen. Twitter machte am Dienstag eine Version speziell für den auf Datenschutz ausgelegten Tor-Browser zugänglich. Bei Tor bewegen sich Nutzer nicht im allgemeinen Web, sondern in einem eigenen Netzwerk mit anonymisierten Daten.

Wenn solche Dienste von Kriminellen genutzt werden, spricht man auch vom "Dark Web". Tor ist jedoch auch wichtig für politische Aktivisten oder Journalisten. Mit einer Tor-Version entzieht sich Twitter zumindest im separaten Netz einer Blockade. Einige Internet-Anbieter in Russland sperren bereits den Zugang zu Tor. Bei anderen ist der Tor-Dienst aber weiterhin verfügbar, wie das Projekt in einer Stellungnahme bei der US-Website "Vice" betonte.

Russland hatte nach der Invasion in die Ukraine bereits Einschränkungen für Twitter eingeführt. Facebook wurde von der Medienaufsicht blockiert. Die Regierung versucht, die Verbreitung von Informationen zu dem Krieg, die von der offiziellen Linie der Regierung abweichen, zu unterbinden. Dazu gehört eine Gesetzesänderung, nach der angebliche Falschinformationen über die russischen Streitkräfte mit hohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden können. (apa/dpa)