Es hätte so schön werden können. Am "Star Wars Feiertag" (May the 4th) die neue Obi-Wan-Kenobi-Serie und dann gleich am 5. Mai die Premiere der lange erwarteten CBS-Star-Trek-Serie "Star Trek: Strange New Worlds" mit Captain Pike. Doch irgendein offensichtlich von den Borg assimilierter Grinch hat dieses "Weihnachtsfest" gestohlen: Die Obi-Wan-Serie wurde erst auf 25. und dann auf 27. Mai verschoben. Warum auch immer, eine Begründung wurde nicht genannt. Und die neuesten Abenteuer der Enterprise mit Pike und Spock kann man sich zumindest im deutschsprachigen Raum erst einmal aufzeichnen: Die Serie, produziert von Paramount+ wird hierzulande vorerst legal nicht zu sehen sein.

Denn Rechteinhaber Paramount wartet, wie schon bei der vierten Staffel von "Discovery", auf den Start seines Streaming-Dienstes Paramount+, der in Europa erst im Laufe des Jahres vonstattengehen soll. Wann genau, ist noch offen. Das ist schon die dritte Star-Trek-Serie, die man dem europäischen Publikum vorenthält. Neben "Discovery" und "Strange New Worlds" wartet man auch auf das animierte "Prodigy". Wobei Letzteres zumindest linear bereits bei Nickelodeon über Sky zu sehen war. Streamen kann man sie da aber leider nicht.

Ob zumindest "Strange New Worlds" in Europa vorgezogen wird, ist nicht gänzlich klar. Gerüchte sprechen von einer Verfügbarkeit bei Amazon Prime, allerdings pro Folge extra zu zahlen. "Halo", ebenfalls von Paramount+, ist auf Sky schon on demand zu sehen, möglich, dass das für "Strange New Worlds" auch kommt.

Paramount+ noch heuer bei Sky

Sky-Kunden dürfen dem Start von Paramount+ im Übrigen gelassen entgegensehen. Der Dienst wird ins Sky-Programm übernommen und ab dem Start kostenfrei zur Verfügung stehen. Alle anderen müssen (bei Bedarf) Paramount+ als weiteren Streaming-Dienst extra abonnieren.

Viele Fans sind ob der zwar verständlichen, aber doch rüden neuerlichen Zweite-Klasse-Behandlung des europäischen Publikums erbost. Es stellt sich die Frage, ob sie sich diesen Rückfall in Zeiten territorial fragmentierter TV-Rechte gefallen lassen werden oder in einem Akt des zivilen Ungehorsams auf illegale Wege zurückgreifen. Paramount muss sich die Frage stellen, ob Strategien aus den Neunzigern im heute globalen Markt noch zugkräftig sind.

Wie auch immer: An der Qualität des Produkts besteht, zumindest wenn man Trailer und Bildern glauben schenken darf, kein Zweifel. "Strange New Worlds" ist die Geschichte der "Enterprise" vor der Übernahme durch Captain Kirk. Also die klassische Fünf-Jahres-Mission (To boldly go where no man has gone before) mit der ersten "Enterprise", die im Hochglanz-HD traumhaft aussieht. Dass Anson Mount einen charismatischen Captain Pike spielt, wissen wir schon. Europa wartet daher umso ungeduldiger auf mehr.