No more apologies no no no, Philosophers like Socrates, Said to find yourself, think on your feet, Go sharpen your teeth na na na", so lautet eine Textpassage des österreichischen Beitrags, der am Dienstag beim 1. Halbfinale des Eurovision Song Contest antreten wird. 17 Länder, darunter die Ukraine, Schweiz oder Portugal haben in diesem Halbfinale einen Beitrag am Start, nur zehn kommen weiter. Beim zweiten Halbfinale am Donnerstag sind es sogar 18 Songs, aus denen Publikum und Jury wählen müssen. Am Samstag wird in Turin dann, wie gewohnt, die große Finalshow über die Bühne gehen.

Das österreichische Duo "LUM!X feat. Pia Maria" wurde heuer vom ORF als Beitrag ausgesucht. Auf demokratische Maßnahmen wie ein Voting hat man, wie zuletzt üblich, gleich verzichtet. Man setzt auf zwei Teenager im Kampf um Europas gefragteste Musikauszeichnung: Der 19-jährige DJ LUM!X und die 18-jährige Pia Maria sollen es mit dem Song "Halo" möglich machen. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine überwältigenden Aufgabe, aber zumindest eine Hälfte des Duos hat schon viel Erfahrung.

Momentan liegen die rot-weiß-roten Partymacher für ihr Halbfinale bei Vergleich von elf Wettbüros auf dem undankbaren Platz 11 - denn nur zehn Finaltickets werden verteilt. Da gilt es etwa, den Schweizer Vertreter Marius Bear mit seiner gefühligen Nummer "Boys Do Cry" von Platz 10 zu verdrängen und den Sänger den Titel des eigenen Songs wahr werden zu lassen. Aber wie relevant sind die Wettquoten? Gerade beim ESC sind die Prognosen im Vorfeld der beiden Semifinale für einen Aufstieg ins Finale meist überraschend präzise. Oft liegen die Zocker lediglich bei einem Land falsch, dem der Aufstieg respektive das Aus vorhergesagt wird.

Aus Sicht der Buchmacher ist den Ukrainern der Grand-Prix-Sieg dieses Jahr ziemlich sicher. Doch was passiert, wenn das Land den Eurovision Song Contest 2022 in Turin mit der Gruppe Kalush Orchestra wirklich gewinnt? Nach den gewohnten Regeln des Gesangswettbewerbs müsste der ESC 2023 dann im Land des Gewinners - also in diesem Fall in einem potenziellen Krisengebiet - stattfinden.

Springt Deutschland ein?

Das wird aus naheliegenden Gründen wohl nicht gehen. Was also tun? Springt beispielsweise Deutschland als Ersatzland ein? Die ESC-Veranstalter wollen sich offiziell in diesem Punkt noch nicht festlegen. "Es ist zu früh, über den ESC-Gastgeber vom nächsten Jahr zu spekulieren", erläuterte ein Sprecher der Europäischen Rundfunkunion EBU in Genf. "Wir konzentrieren uns darauf, im Mai in Turin drei fantastische Shows zu produzieren."

Wenn ein Teilnehmer den ESC gewinne, spreche man in den Wochen und Monaten danach über alle Anforderungen und Zuständigkeiten, die mit der Gastgeberrolle zu tun hätten. Russland wird übrigens ebenso aus naheliegenden Gründen heuer nicht teilnehmen.

Doch zurück zu den österreichischen Interpreten: LUM!X vulgo Luca Michlmayr ist ungeachtet seiner erst 19 Jahre im Internet bereits eine etablierte Größe. So knackte der gebürtige Mühlviertler aus Rohrbach bereits vor längerem die Marke von 500 Millionen Streams mit seinem Œuvre. Das schwedische Indielabel Bounce United entdeckte ihn, und so veröffentliche der junge Oberösterreicher unter dem Pseudonym LUM!X bereits 2018 seine Debütsingle "Underground". Weitere Songs waren "Bounce United", der Remix "Chiraq" oder "Jägermeister" (200 Millionen Streams auf Spotify).

Eine Newcomerin ist die Tirolerin Pia Maria. Die Maskenbildnerin am Landestheater in Tirol schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr eigene Songs und wird an der Seite von LUM!X ihren ersten großen Auftritt haben. (bau)