Markus Mair, Vorstandsvorsitzender der Styria Media Group AG, ist am Mittwoch von der Generalversammlung des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) als Präsident bestätigt worden. Mair steht dem Branchenverband seit 2018 vor und geht somit in seine dritte Amtszeit. Der 1964 geborene Mair studierte Rechtswissenschaften und absolvierte eine Bankausbildung bei der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG, deren Generaldirektor er 2006 wurde. Ab 2009 war er Mitglied des Styria-Aufsichtsrats, 2013 wurde er Vorstandsvorsitzender der Styria Media Group. Neben Mair wurden auch alle Präsidiumsmitglieder für zwei Jahre verlängert.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen und Verhandlungen für eine Neuaufstellung der Medienförderungen, der Inseratenvergaben der öffentlichen Hand sowie zum ORF-Gesetz warnte der wiedergewählte VÖZ-Präsident vor einem drohenden Verlust an Medienvielfalt. "In einer idealen Welt wären private Medien nicht zwingend auf Förderung durch die öffentliche Hand angewiesen. Aber die historische Entwicklung der heimischen Medienlandschaft und die aktuelle Marktentwicklung insbesondere im Digitalbereich im Wettstreit mit den großen Onlinegiganten bringen mit sich, dass Österreich von idealen Bedingungen doch deutlich entfernt ist", führte Mair aus. "Unter den herrschenden Gegebenheiten, die zumindest ein partielles Marktversagen auslösen, sind wir daher auf eine gut durchdachte und deutlich höher dotierte Presseförderung angewiesen.

Werbebeschränkungen sind ebenso abzulehnen, weil sie zu einer Minderung der Erlösmöglichkeiten freier, privater Medien führen. Selbstverständlich treten wir für Transparenz und nachvollziehbare Vergabekriterien bei öffentlicher Kommunikation ein." Im Hinblick auf die geplante Novelle des ORF-Gesetzes mahnte Mair ordnungspolitische Entscheidungen ein: "Der ORF war es in der Vergangenheit gewohnt, dass er am Markt sowohl als öffentlich-rechtlicher als auch als privater Anbieter auftritt, allerdings mit derzeit rund 700 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln. Wird dieser Umstand fortgeschrieben wird es zu dramatischen Einschnitten bei der Medienvielfalt kommen. Es droht die mediale Bodenversiegelung."