Laxenburg. Die Stärke des Händedrucks ist ein wichtiger Hinweis auf ein erhöhtes Sterblichkeits-Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von Forscher vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ). Diese haben im Fachblatt "BMJ Open" analysiert, ab welchen Werten es für Männer und Frauen verschiedenen Alters und Körpergrößen gefährlich wird.

Aussagekräftiger Druck

Schon ein gegenüber dem Schnitt etwas niedrigerer Wert sollte demnach weitere Untersuchungen nach sich ziehen. Nadia Steiber von der Universität Wien, IIASA-Forscher Sergei Scherbov und Sonja Spitzer vom Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital und der Uni Wien verglichen dabei nicht die Händedruckstärken von gesunden und erkrankten Personen miteinander, sondern stellten immer den Vergleich mit Menschen gleichen Geschlechts, Alters und gleicher Größe an. Das brachte nun genauere Erkenntnisse darüber, ab wann ein Messwert auf ein erhöhtes Risiko hinweist. Über alle Gruppen hinweg habe sich gezeigt, dass schon Werte knapp unter dem Durchschnitt, den ähnlich große und alte Geschlechtsgenossen erreichen, mit einem höheren Sterblichkeits-Risiko zusammenhängen.

"Die Stärke des Handgriffs ist ein günstiger und einfach durchzuführender Test, der aber beim frühen Erkennen von Gesundheitsproblemen helfen kann. Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass die Handgriffstärke ein sehr präzises und empfindliches Maß für die zugrunde liegenden Gesundheitszustände ist", so Steiber. Ein Monitoring dieses Indikators mache Sinn, um in einer alternden Gesellschaft rasch Hinweise über den Zustand größerer Bevölkerungsgruppen zu erhalten.

Gemessen werden kann die Kraft des Händedrucks relativ einfach mit einem sogenannten Dynamometer. Das Ergebnis wird in Kilogramm angegeben.

In einer früheren Studie hatte Steiber bereits festgestellt, dass im internationalen Durchschnitt Männer zwischen 30 und 49 Jahren mit rund 54 Kilogramm zudrücken können, während Frauen zwischen 35 und 44 Jahren dies mit rund 34,5 Kilogramm tun. Bei Personen zwischen 65 und 69 Jahre, nahmen diese Werte im Schnitt um zehn (Männer) bzw. 6,5 Kilogram (Frauen) ab.(grex)