Der Presseclub Concordia kritisiert das von der Regierung in Begutachtung geschickte Gesetz, das die "Wiener Zeitung" als Onlineredaktion sowie Aus- und Weiterbildungsstätte vorsieht: "Statt die Existenz der Wiener Zeitung als unabhängiges Medium mit öffentlichem Charakter abzusichern", bestehe der Kern des Entwurfs "in der Einrichtung einer staatlich kontrollierten Aus- und Fortbildung von Journalist*innen sowie der unzulässigen Vermischung von amtlicher PR mit journalistischer Arbeit", wie es in einer Aussendung heißt.

Mit dem im Entwurf angedachten "Media Hub Austria" käme es zu einer "einschneidenden Verstaatlichung journalistischer Aus- und Fortbildung", wie es heißt. Dies sei mit der Unabhängigkeit von Medien "völlig unvereinbar". Die Auszubildenden würden weiters in die sogenannte "Content Agentur Austria" eingebunden, die "Content-und Agenturleistungen für den Bund und Unternehmen des Bundes" erbringt. "Daraus entsteht eine mit professionellem Journalismus unvereinbare Vermischung journalistischer Aufgaben mit Kommunikationsarbeit im Interesse des Staates", kritisiert der Presseclub, der für die Zukunft der "Wiener Zeitung" weiterhin eine Lösung fordert, "die sie als unabhängiges Nachrichtenmedium erhält".

"Wiener Zeitung" zeigt Missstände auf

Und auch Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Architektur und Baukultur meldeten sich mit einem Appell an die Politik zu Wort: "Die 'Wiener Zeitung' scheut keine unangenehmen Themen. Sie zeigt Missstände auf. Das ist nur möglich, weil sie eine unabhängige Zeitung ist, die nicht von Inseraten abhängt", heißt es in dem Offenen Brief, der u.a. vom Architekten Jürgen Radatz und der Architekturjournalistin Isabella Marboe unterzeichnet wurde. "In einer schnelllebigen Zeit, in der Fake News dominieren und das Vertrauen in den Journalismus erodiert, ist ein Medium wie die 'Wiener Zeitung' nötiger denn je." (apa)