Im deutschen Sprachraum ist er als One-Hit-Wonder in die Geschichte eingegangen, aber dafür mit einem echten Ohrwurm, der sich nach wie vor durch die Gehörgänge einer Mehrheit der Bevölkerung gräbt: Am Dienstag ist der niederländische Schlagersänger Pierre Kartner alias Vader Abraham, der mit seinem "Lied der Schlümpfe" legendär wurde, wie erst jetzt bekannt wurde, im Alter von 87 Jahren gestorben.

Der Sänger und Komponist wurde am 11. April 1935 im niederländischen Elst geboren. In seinem Heimatland als Sänger, Komponist, Texter und Produzent erfolgreich, schuf er die Bühnenfigur des Vader Abraham. Mit markantem Bart samt Melone landete er zunächst mit "In 't kleine café aan de haven" einen Welthit, von dem mehr als 200 Coverversionen erschienen. In Österreich wurde der Song als "Das kleine Beisl" dank Peter Alexander populär.

Und im Jahr darauf schließlich, 1977, eroberte Vader Abraham mit dem "Lied der Schlümpfe" die Herzen und Chartplatzierungen. Weltweit wurden mehr als 25 Millionen Platten mithilfe der kleinen blauen Freunde verkauft. Dabei hätte Kartner den Song um ein Haar gar nicht geschrieben, wie er sich vor ein paar Jahren in einem Interview erinnerte. Er wollte den Auftrag zunächst aus Zeitnot ablehnen.

Auch unrühmliche Songs

Die Nachfolgelieder wie "Was wird sein, fragt der Schlumpf" oder "Bier, Bier, Schlümpfe-Bier" waren da weniger erfolgreich. So blieb Vader Abraham eher die Arbeit für andere Künstler. So schrieb er etwa "Heut' abend hab ich Kopfweh" für Ireen Sheer oder "Draußen vor der Tür" für Nana Mouskouri. Und für die Zeichentrickserie "Mumins" von 1990 steuerte er das Titellied bei.

In den 80er Jahren war es aber ruhiger um Vader Abraham geworden. Kartner komponierte noch zahlreiche Karnevalsschlager, darunter auch einige unrühmliche, die Pierre Kartner in die Nähe von Rechtspopulisten brachten. Bereits 1975 hatte er "Wat doen we met die Arabieren hier" veröffentlicht, das schließlich aus dem Handel genommen wurde. Und 2002 spielte er mit dem mittlerweile ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn "Wimmetje gaat, Pimmetje komt" ein. Sein letzter großer Erfolg war dann 2010 der Song "Ik ben verliefd" (Ich bin verliebt - Sha-la-lie), der niederländische Beitrag für den Eurovision Song Contest, der im Halbfinale scheiterte. (apa)