Johanna von Orleans, Supermann, Arnold Schwarzenegger, Beethoven und Maria Cäsar sind nur ein paar bunte Beispiele für das, was die Besucherinnen und Besucher im kommenden Jahr bei der Styriarte inhaltlich erwartet. Unter dem Titel "Held:innen" wird das Festival von 23. Juni bis 23. Juli ein breites Spektrum an klassischer Musik, Opern-Variationen und anderen "genüsslichen Portionen" bieten, kündigte Intendant Mathis Huber am Freitag bei der Programmpräsentation in Graz an.

"Wir haben das Thema von einer Oper von Johann Joseph Fux abgeleitet: Constanza e fortezza." Gespielt werde ein Querschnitt durch die Oper und zwar am 24. Juni im Schlosshof in Eggenberg - eine konzertante Version mit Kostümen, ein "Highlight-Trip", wie Huber meinte. Den Auftakt macht allerdings bereits am Tag davor ein neues, "intimes" Format im Palais Attems: "Treppauf, Treppab". "Das Programm geht als Wandelkonzert durch das Haus", schilderte der Intendant. Besucher können dabei zwei Versionen erleben: Eine beginnt zu den vollen Stunden, die anderen jeweils zur halben Stunde. Geboten werden unter anderem Mozart und Händel.

Von "Bohemian Rhapsody" bis "Let it be"

Die weiteren Highlights der kommenden Styriarte in der Helmut List Halle sind mit Blockflöten begleitete Lesungen von Peter Simonischek aus "Don Quixote" (25. Juni), das Piano-Duo Anderson und Roe mit ihren "Pop Heroes" (27. Juni) - darunter die Stücke "Bohemian Rhapsody" von Queen und "Let It Be" von den Beatles. "Die beiden erzählen den Schatz der Musikgeschichte neu", schwärmte Huber. Bei "Mein Mädel ist nur eine Verkäuferin" kommen Schlager-Fans (Zitat Huber: "Alle lieben Schlager, egal ob sie es zugeben oder nicht") auf ihre Kosten (28. Juni).

Im Schloss Eggenberg sowie im Schlosspark wird es am 2. Juli durch das Ensemble Zefiro laut: "Wir setzen unsere Serie von Picknick-Konzerten wieder fort", so Huber. Geboten wird "Leonore" aus Beethovens "Fidelio". Nach dem Konzert im Planetensaal kann sich das Publikum im Park noch laben und dabei weiteren Klängen des Ensembles lauschen.

Fans von bekannter Filmmusik sollten sich Tickets für "Superman & Co" am 6. Juli in der Helmut List Halle sichern: Die Fagotes Locos werden ein Panorama voll Musik von John Williams (Superman Main Theme und Indiana Jones) und anderen klingenden Stücken darbieten. "Sie zeigen, dass klassische Musik Lebenschancen in der Zukunft hat", so Huber. Humorvoll und privater wird es dagegen am 7. Juli, ebenfalls in der Helmut List Halle, wenn Karl Markovics aus den Konversationsheften von Beethoven liest - begleitet von Olga Chepovetsky am Klavier.

Mozarts "Krönungsmesse"

Ein alljährlicher Fixpunkt ist Stainz - heuer ist Mozarts "Krönungsmesse" in der Pfarrkirche am 8. Juli zu erleben. Mit Bruno de Sá aus Brasilien kündigte der Intendant dagegen eine "aufregende Novität in der Stadt" an: Am 12. Juli wird der Sopran "Cleopatra" ins Zentrum rücken und dabei die ägyptische Heldin als auch den römischen Kaiser Cäsar in der List Halle singen und spielen.

Nach dem Erfolg im vergangenen Sommer hat die Styriarte auch 2023 wieder ein Fahrradkonzert in Graz ins Programm aufgenommen: Am 15. Juli werden vom Rosenhain nach Frauen benannte Straßen und Plätze angefahren, wo jeweils Musik zu hören sein wird. Gestartet wird in der Aigner-Rollett-Allee (benannt nach der zweiten Frau, die an der Universität Graz ein Studium der Medizin abgeschlossen hat, Anm.), ehe es weiter über den ehemaligen Elisabeth-Platz zum Maria Cäsar-Park, die künftige Maria-Stromberger-Gasse und zur Helmut List Halle geht, wo zum Abschluss eine Hommage an Ella Fitzgerald geboten wird. Rund 15 Kilometer lang ist die "Heldinnen-Tour", erklärte Veranstaltungsdramaturgin Katharina Schellnegger.

Budget von 2,66 Millionen Euro

Am letzten Wochenende des Festivals widmet sich "Hasta La Vista, Baby" dem weltweit vielleicht bekanntesten Steirer: Arnold Schwarzengger. Eine musikalische Wanderung um den Thalersee in seiner Heimatgemeinde nahe Graz verspricht Filmmusik aus "Conan" sowie Armstrongs "What a Wonderful World" und eine Hommage von Manuela Kerer an Schwarzenegger als Uraufführung (22. Juli). Den Abschluss bildet Dirigent Jordi Savall in der Helmut List Halle mit den "Vier Jahreszeiten" mit einem reinen Frauen-Orchester (22. Juli) und der "Johanna von Orleans" (23. Juli) - "der Heldin schlechthin", meinte Huber.

Mit "Soundflix #2" zum Thema "Super Power" laden Dirigentin Mei-Ann Chen und Orchester bereits am 27. April für einen Vorgeschmack auf die Styriarte in die List Halle.

Das Festival hat für 2023 ein Budget von 2,66 Mio. Euro, wobei 703.000 Euro vom Land Steiermark, 636.000 Euro von der Stadt Graz und 80.000 Euro vom Bund beigesteuert werden. Die restlichen rund 1,24 Mio. Euro werden mit Sponsoren und durch den Kartenverkauf finanziert, rechnete Huber vor. Für "Heldinnen des Alltags", für Pflegerinnen und Pfleger sowie für Elementarpädagogen, werden zwei ausgewählte Vorstellungen übrigens mit Freikarten angeboten. (apa)