Zum dreizehnten Mal vergab am Montag der Presseclub Concordia den Journalismuspreis "von unten". Bewertet und ausgewählt wurden die Beiträge von einer Jury bestehend aus Menschen mit Armutserfahrungen. Die Armutskonferenz schreibt seit 2010 den Preis aus, der tiefgründige und respektvolle Armutsberichterstattung prämiert.

Der Hauptpreis in der Kategorie Print ging an Martina Madner für ihren Artikel "Der ‚Missbrauch eines Narzissten‘ führte in die Armut" in der Wiener Zeitung. Die Jury würdigte, dass Martina Madner in ihrem Artikel "auf sensible Weise die Lebensrealität einer gewaltbetroffenen Frau schildert und diese mit vielen Hintergrundinformationen unterfüttert und damit auch Wege aufzeigt, wie sich Frauen ermächtigen können."

Abgesehen von ihrer Arbeit als Redakteurin der "Wiener Zeitung", ist Martina Madner Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien, moderiert Veranstaltungen auch zum Thema Armut und Sozialstaat. Sie hat obendrein das Buch "Bevor der Tod uns scheidet. Frauen, die sich von Gewalt in der Familie befreit haben" verfasst.

Die weiteren Preise

Köksal Baltaci erhielt den zweiten Preis für seinen Artikel in der Presse am Sonntag "Pandemie und Teuerung: Der plötzliche Fall aus der Mitte". Der Autor macht deutlich, dass infolge der Pandemie "immer mehr Menschen mit Existenzsorgen kämpfen, die davor nie damit gerechnet hätten."

In der Kategorie Radio wurde Isabelle Engels für ihre Sendung "Pflegeverantwortung ein Leben lang" im Ö1 Journal Panorama ausgezeichnet. Den Hauptpreis in der Kategorie Fernsehen erhielt Jakob Horvat für seine Reportage "Arme alte Frauen" (DMG Filmproduktion / Puls4). Der zweite Preis ging an Sophie-Kristin Hausberger und Helga Lazar für ihren Beitrag "Leben an der Armutsgrenze" (ORF Report), in dem sie sich mit den Teuerungen und deren Folgen beschäftigen.

Kategorie Online

In der Kategorie Online erhielten Laurin Lorenz und Christopher Lettner die Auszeichnung für ihren Beitrag "Leben in der ‚Schattengesellschaft‘: Ein Tag mit der obdachlosen Jana" veröffentlicht auf derstandard.at. Der zweite Preis ging an Brigitte Theißl für ihre Reportage "Pandemie: Fette Vermögen, steigende Armut" erschienen auf diestandard.at.

Weiters auf der Shortlist des Journalismuspreis "von unten" und lobend erwähnt: Beate Haselmayer ("Wer soll das bezahlen", ORF / Am Schauplatz), Johannes Greß ("Im Teufelskreis", Tagebuch), Claudia Mann und Team ("Was geht": Armut in Österreich", kleinezeitung.at). (red)