Die zahlreichen Österreicher unter ihnen, die bislang zum Casting nach München pendeln mussten, wurden heuer in die Filmstadt Wien eingeladen. Gut fünfzig Mitarbeiter vor Ort kümmerten sich am Samstag um den Ablauf, der die Kandidaten zunächst mit einem Fragebogen und Zwangsauskünften zu Themen wie "Sind Sie vorbestraft?" konfrontierte. Vor dem öffentlichen Casting am Sonntag, mit dem auch all jene erreicht werden sollten, die die Anmeldefrist nicht einhalten konnten, hatte man es am Samstag vor allem mit Vokal- und Turnakrobaten zu tun.

Endlich in der Zeitung


Alexander, ein 24-jähriger Wiener mit Zirkuserfahrung, jonglierte mit Keulen, Ringen und Tennisbällen. Seine Performance wurde für die Vorjury auf Video festgehalten - ebenso wie ein Interview, mit dem sich alle Kandidaten vorstellen mussten. Warum er an "Das Supertalent" teilnehmen wolle? "Ruhm - I want to be famous!" Aber man braucht sich nichts vorzumachen: Wie auch die mit extremer Körperbeherrschung beeindruckenden Sportakrobaten Robin aus Freiburg und Timon aus Berlin, die beruflich nicht zu wenige Firmenfeiern bespielen, wäre er besser als Kunstfurzer oder Penismaler zur Welt gekommen.

Während im Warteraum einander bislang unbekannte Teilnehmer das gemeinsame Musizieren überkam, erzählte O.C. vom Akrobatikshowteam The Freaks aus St. Valentin stolz über seine Trainingseinheiten mit den Stuntmen von drüben in Hollywood. Ulrike, die einen Hit der Finnen Sunrise Avenue im Dirndl zum Besten gab, blieb realistisch und wollte "einmal schauen". Ein unbekanntes Mädchen rief aus, dass sie jetzt in die Zeitung kommt. Für den flotten Ballermann Alex und seinen Glitzerhut - leider nein! - war Döner schöner und Pizza spitzer. Der Beatboxer Fii, den man zuletzt im Rahmen der Wiener Festwochen erleben konnte, verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, als öffentliche Figur mit Medienpräsenz durch "Das Supertalent" auch im Radio zu rotieren.

Die Geschicktesten am Areal werden sich übrigens auch für "Die große Chance" bewerben, mit denen das Format im Herbst als neueste Sau durch den ORF getrieben wird. Dort allerdings öffentlich-rechtlich, also ohne die Kunstfurzer, die auch am Samstag weder gesichtet noch sonst wie vernommen wurden.