"Einfach produzieren": Um bei Dorf TV auf Sendung zu gehen, würde es schon reichen, ein Plastiksackerl in die Donau zu werfen und es zu filmen, besagt ein Sujet von Dorf TV. Foto: Norbert Artner
"Einfach produzieren": Um bei Dorf TV auf Sendung zu gehen, würde es schon reichen, ein Plastiksackerl in die Donau zu werfen und es zu filmen, besagt ein Sujet von Dorf TV. Foto: Norbert Artner

Okto, das Wiener Stadtfernsehen, machte den Anfang. Mit 980.000 Euro jährlicher Förderung der Stadt Wien konnte auch so gar nichts mehr schiefgehen. Der Sender entpuppte sich als mittlerweile feste Institution der Medienlandschaft und beliefert Wien mit Geschichten von Wienern für Wiener.

Nach Okto dauerte es nicht lange und es kam Dorf TV. Der Linzer Stadtsender, der sich im Juni letzten Jahres gegründet hatte, wollte noch einen Schritt weiter gehen als die Wiener Kollegen. Dorf TV pflegt die Idee des möglichst einfachen Zugangs.

Usergeneriertes TV

"Wir sind mit dem Internet eng verknüpft", erzählt die Programmleiterin von Dorf TV, Gabriele Kepplinger, gegenüber der "Wiener Zeitung". Jeder könne etwa mit seiner Handy-Kamera etwas produzieren und an Dorf TV über das Netz schicken. "Einfach produzieren", fasst Kepplinger das Motto des im Großraum Linz zu empfangenden Senders zusammen. Einen weiteren Unterschied zu Okto sieht Kepplinger in dem Schwerpunkt auf Live-Sendungen.

Dorf TV erhält von der Bundesförderung, der Rundfunk- und Telekomregulierungsbehörde (RTR), knapp 200.000 Euro pro Jahr. Von der Stadt Linz bekommt der Sender 45.000 Euro für das Programm und 26.000 Euro für Investitionen. Die Verhandlungen mit dem Land Oberösterreich seien noch nicht abgeschlossen, so der Geschäftsführer von Dorf TV, Otto Tremetzberger. Die Bundesförderung ist laut Tremetzberger ein wichtiger Hebel für alle weiteren Förderungen.

Was zwei Sender bereits geschafft haben, wünscht sich nun ein dritter. Das Freie Fernsehen Salzburg (FS1) steht seit geraumer Zeit in den Startlöchern. Die Bundesförderung der RTR für das Jahr 2011 hatte es zwar schon längst in der Tasche, doch nun ist das Geld aber auch schon wieder fast zur Hälfte weg. Der Sender kann seinen fixierten Start nicht einhalten, denn das Land Salzburg blockiert. Die Landespolitik sei uns gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt, meint FS1-Geschäftsführer Alf Altendorf zur "Wiener Zeitung". Doch die Politik sei noch am Überlegen, wie die Förderung am besten zu organisieren sei. Es sei ein alternativer Medienförderungstopf geplant, über den man offensichtlich noch keine Einigung habe, weiß Altendorf. Die zuständigen Landtagsabgeordneten David Brenner (SPÖ) und Gerlinde Rogatsch (ÖVP) waren gestern, Mittwoch, zu keiner Stellungnahme bereit.

Für das Freie Fernsehen Salzburg könnte das den Verlust der bereits zugesagten Bundesmittel bedeuten. Von der Stadt Salzburg würde der Sender 40.000 Euro benötigen, vom Land Salzburg weitere 50.000 Euro. Insgesamt sei FS1 ein 300.000-Euro-Projekt, sagt Altendorf.

Dabei hätte der Sender einiges vor. Im Gegensatz zu seinen zwei Vorreitern will FS1 nicht nur die Stadt sondern das ganze Land erreichen. Mit einem Fernseh-Bus, der durch das Land tourt, soll eine mobile Infrastruktur aufgebaut werden, die einzigartig in diesem Bereich wäre.

Die Community Sender orientieren sich an der Charta der nicht-kommerziellen Sender, die die Grundregeln, wie keine rassistischen Inhalte oder religiöse Propaganda, freie Meinungsäußerung und die Möglichkeit mitzugestalten, festhält. Für Salzburg heißt es noch warten. Altendorf hofft auf einen Start im Herbst.