Dem breiten Publikum wurde Fest vor allem durch seine 1973 erschienene Hitler-Biografie bekannt, für die er zahlreiche Preise erhielt. In den 1960er Jahren war er Chefredakteur des Norddeutschen Rundfunks.

Fest, 1926 in Berlin geboren, wäre am 8. Dezember 80 Jahre alt geworden.

Die deutsche Vergangenheit, die auch seine persönliche war, hat Fest zeitlebens nicht losgelassen. Der Name Joachim Fest war spätestens seit der Hitler-Biografie aus dem Jahr 1973 kaum zu trennen von der Aufarbeitung der Nazi-Zeit. Die NS-Diktatur und ihre Folgen wurden sein "Lebensthema", wie er es in einem Interview nannte - jedoch aus wissenschaftlichem Interesse, wie der Historiker stets betonte, nicht wegen persönlicher Schuld.

Wahlspruch des Lebens: "Ich nicht"


"Ich nicht - Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend" nannte Fest bezeichnenderweise seine gerade fertig gestellte Autobiografie, die in Kürze im Rowohlt Verlag erscheint.

Von seinem Vater, einem Oberschulrat und überzeugten Katholiken, habe er diesen "Wahlspruch seines Lebens übernommen", der zum Buch-Titel wurde, erklärte Fest dem Magazin "Stern": "Das Petrus-Wort aus dem Matthäus-Evangelium: Und wenn alle es tun - ego non. Ich nicht!" In den politisch unruhigen 30er Jahren prägte das regimefeindliche Elternhaus den am 8. Dezember 1926 in Berlin geborenen Fest. "Ich bin preußisch erzogen", sagte Fest, der sich im Nachkriegsdeutschland einen Namen als "großer Konservativer" machte und von 1973 bis 1993 Mitherausgeber der FAZ war.

In Freiburg, Frankfurt am Main und in Berlin studierte Fest unter anderem Jura, Geschichte und Germanistik. Seine berufliche Laufbahn begann er als Redakteur beim Berliner Sender Rias, ehe er 1961 zum NDR wechselte. 1959 heiratet Fest. Einer seiner beiden Söhne, der Verleger Alexander Fest, bezeichnet ihn später in einem Interview als guten Vater, "weil er das erzieherische Gespräch liebte und dadurch selbst seinen erstaunlichen Mangel an Strenge überspielte".

Widersteht politischer Vereinnahmung


Für ein politisches Lager ließ sich Fest nicht vereinnahmen. Er nannte Konrad Adenauer (CDU) und Helmut Schmidt (SPD) in einem Atemzug "die bedeutendsten Kanzler der Republik" und bot zuvor als Chefredakteur des Norddeutschen Rundfunks (1963-1968) Hamburger Lokalpolitikern die Stirn, die mehr CDU-Gewicht in der Personalpolitik des Hauses forderten. Die Konsequenz: Fest, der kurzfristig CDU-Abgeordneter in Berlin-Neukölln war, wurde aus der Partei ausgeschlossen.