• vom 21.03.2002, 00:00 Uhr

Medien

Update: 07.04.2005, 16:33 Uhr

Der Wiener Internet-R@dio Emap.FM sendet weltweit Ethno-Musik und Berichte

Web-R@dio mit Ethno-Schwerpunkt




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Um Radio zu hören, braucht man seit neuestem weder einen Kurzwellenempfänger noch eine Stereoanlage. Und um Radio zu machen, nicht unbedingt den Sendeturm am Kahlenberg. Der Wiener Ethno-Sender Emap.FM sucht sein Publikum weltweit im Internet, und ist folgerichtig seit 1. März 2002 nicht etwa auf Sendung oder gar im Äther "on air", sondern schlicht online.

Wer in Honululu seit jeher den trauten Klang der Mollner Maultrommel vermißt, hat es seit 1. März bedeutend einfacher. Wer in Molln nie Gelegenheit hatte, sein Hula-Röckchen auszuführen, darf es entstauben. Doch auch alle anderen Radiohörer in Internetreichweite dürfen sich freuen: Am 1. März 2002 startete das Wiener Webr@dio Emap.FM sein Programm und will fortan die Plattform für Ethno-Musik, Kulturberichte, volkskundliche Reportagen und Termine im Internet werden.


Buntes Testprogramm gab Vorgeschmack

Am 24. Dezember 2001 begann der Testbetrieb des Online-R@dios. Das Weihnachtsprogramm gab bereits einen Vorgeschmack auf die Bandbreite des Senders. Als Ständchen für das Christkind dienten die bewegten Rhythmen Madagaskars und der herbe Charme Sardischer Männerchöre. Eine Reportage über Weihnachten bei der Romagruppe der Kaldaras konnte da ebenso erhört werden, wie ein Feature über Weihnachten im Elsaß. Teil des Österreichischen Beitrages war der Boogie-Haudegen Al Cook mit seinem "Silent Night Blues".

Die Feste und Bräuche der verschiedensten Kulturen sind ein wichtiger Bestandteil im Programm des Web-Radios. Aus der Wiener serbisch-orthodoxen Kirche gab es für die Weihnachtsfeierlichkeiten einen Livemitschnitt mit Interviews. Vom Bairam, dem Fastenbrechenfest am Ende des Ramadan, wurden in Bosnien bereits Aufnahmen gemacht. Dem Chinesischen Neujahrsfest soll der Internetradiosender Emap.FM ebenso ein Forum sein, wie der jüdischen Hochzeit oder dem Barden im Kurdistan. Und allem, was dazwischen liegt, natürlich auch. Über Chatroom und Mailboard kann miteinander schriftlich kommuniziert werden. Oder auch mit dem Sendungsmoderator. Ein internationaler Veranstaltungskalender, im Web für alle einsichtig, ist im Aufbau.

Porträt des Gründers Emil H. Lubej

Der Mann der Emap.FM ins Leben gerufen hat, heißt Emil H. Lubej und ist Professor der Musikwissenschaft an der Universität Wien. Geboren 1950, spielte er ´68 in einer Wiener Rockband. Nach einigen Jahren im Musikverlag, studierte er am Konservatorium und an der Musikhochschule, war langjährig als Kapellmeister tätig, unter anderem bei den Wiener Sängerknaben.

Sein Interesse für Ethnomusik und Blues führten ihn von Georgien bis ins Baskenland, vom Mississippi bis nach China. Seit Jahren produziert er Tonträger mit traditioneller Musik aus aller Welt.

Die Idee mit dem Webradio ergibt sich aus seiner Tätigkeit. An der Universität mit Ethnomusikologie, Medientechnik und Klanganalyse beschäftigt, vereinte er die beiden Themen in der von ihm entwickelten Software Emap.CC (Ethnomusikologisches Analyseprogramm). Der Softwarevertrieb über das Internet zeigte die Möglichkeiten des World Wide Web. Gute internationale Kontakte zu Musikern, Forschern und Organisationen ließen den Traum vom Ethno Radio schließlich Gestalt annehmen. Über zwei Monate lief der Testbetrieb, vor drei Wochen ist dann der Vollbetrieb angelaufen.

Erfahrungen nach zwei Wochen Vollbetrieb

Das erste Echo auf den Vollbetrieb im 8-Stunden-Takt - 0.00 Uhr, 8 Uhr, 16 Uhr UTC - war laut Lubej sehr ermutigend. Bereits jetzt wird in allen großen internationalen Suchmachschinen Emap.FM als die Nummer 1 unter den Ethno-Radios gelistet, und sogar hinsichtlich Ethno-Music liegt man schon auf Platz 3. Die Zugriffsrate hat sich um 300 Porzent erhöht. Aufgrund dieser erfreulichen Hörer-Response wird das Programm kontinuierlich ausgebaut, auch an der Verbesserung der Veranstaltungshinweise wird gearbeitet. Nicht zuletzt wird auch die Homepage verbessert.

Die Redaktion von Emap.FM findet sich im neunten Wiener Gemeindebezirk, produziert werden die Beiträge überall auf dem Globus. Von Wien werden die Daten via Internet zum Server nach Kalifornien geschickt. Dort sind sie mittels Real Audio System für die Hörer auf der ganzen Welt zugänglich. Und jederzeit bereit, aus den einzelnen Kopfhörern oder Computerlautsprechern wieder herauszutönen.

Emap.FM ist ein nichtkommerzielles Radio. Der Sendebetrieb soll von Sponsoren und durch Subventionen finanziert werden. Förderer und Freie Mitarbeiter sind weltweit jederzeit herzlich willkommen.

Kontakt: Emap.FM 1090 Wien, Schulz-Strassnitzkigasse 11 +43/1/317 91 67 radio@emap.fm http://emap.fm



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2002-03-21 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 16:33:00


1922 - 2018

Comic-Legende Stan Lee ist tot

20181112Stan Lee - © APAweb / AFP, Getty, Rich Polk Los Angeles. Comic-Legende Stan Lee ist tot: Lee hatte in den 60er Jahren gemeinsam mit dem Marvel-Verlag das Superhelden-Genre revolutioniert... weiter




Mickey Mouse

Die Maus ohne Eigenschaften

20181109_Micky_Maus_wird_90 - © Disney 2018 Es ist nicht so einfach. Obwohl, eigentlich ist es sehr einfach. Das größte Problem der Micky Maus ist, dass sie keine Ente ist... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Tiefe des Meeres im Krieg
  2. Egoisten bleiben sie allemal
  3. Mord mit Stil
  4. Eine Gala für das Theater
  5. Der Ursprung der Wiederholung
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  3. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  4. Schweigen im Blätterwald
  5. Presserat rügt "Wochenblick"


Quiz


Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


Werbung