Mit seiner Dokumentation "Ein ganz normaler Arzt", über den ehemaligen Arzt am Spiegelgrund, Heinrich Gross, ist Andreas Novak Gewinner des mit 100.000 Schilling dotierten Dr. Karl Renner-Publizistikpreises, der alle zwei Jahre vom ÖJC verliehen wird.

Das am 4. April 2000 gesendete TV-Porträt über den umstrittenen Arzt ist laut ÖJC-Präsident Fred Turnheim die vorläufig letzte Folge einer ganzen Serie zeitgeschichtlicher Dokumentationen, mit denen der Autor "wichtige Beiträge zum Gewissen der Nation" geleistet habe. Turnheim begründete die Entscheidung der Jury mit den "hervorragend, langjährigen und engagierten journalistischen Arbeiten von Andreas Novak". Er sei "ein Künstler der filmischen Gestaltung von Dokumentationen, wobei er nicht belehrend wirken will". Die Auszeichnung wird im November in Gloggnitz verliehen.

Der 42-jährige Novak begann seine Karriere 1980 in der ORF-Parlamentsredaktion, arbeitete für die Sendungen "10 vor 10", "Abendstudio", "Inlandsreport", "Compass", "Heimat, fremde Heimat", "Am Schauplatz", "Modern

Times" sowie für "ZiB 1" und "ZiB 2". 1989 erhielt er den Volksbildungspreis für seine zweiteilige Dokumentation "Ein Toter führt uns an", eine Analyse des autoritären Ständestaates.