• vom 07.10.2010, 16:27 Uhr

Medien

Update: 07.10.2010, 16:28 Uhr

Jüdische Medien im deutschsprachigen Raum: Zeitungen und Magazine, nicht nur für Juden geschrieben

Die andere Israel-Berichterstattung




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Von Alexia Weiss

  • "Jüdische Allgemeine", "Gemeinde" und "Tacheles" sind jüdische Medien mit spezieller Sicht.
  • Kritische Solidarität mit dem Staat Israel.
  • Wien. Jüdische Medien werden längst nicht mehr nur für Juden geschrieben. "Ich bin sicher, 50 Prozent unserer Leser sind Nichtjuden", sagt Christian Böhme, Chefredakteur der deutschen Wochenzeitung "Jüdische Allgemeine". Darunter findet sich auch eine ganz spezielle Gruppe: die der Entscheidungsträger. Und wie sieht die Zielgruppe der Zeitung aus? "Juden und Nichtjuden, die am Judentum interessiert sind."

Jüdische Medien im deutschsprachigen Raum: Es wird mitunter Tacheles geredet. Foto: chris74 - Fotolia.com

Jüdische Medien im deutschsprachigen Raum: Es wird mitunter Tacheles geredet. Foto: chris74 - Fotolia.com

Ähnlich sieht es für "Die Gemeinde" aus, die in Österreich alle zwei Wochen erscheint. Die Leserschaft beschreibt Chefredakteurin Sonia Feiger so: "Jüdische und nichtjüdische Öffentlichkeit jeder Altersgruppe." Auch sonst sind die Rahmenbedingungen für beide Printprodukte ähnlich: Die "Jüdische Allgemeine" wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland herausgegeben, "Die Gemeinde" von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien. Die "Jüdische Allgemeine" finanziert sich zu je einem Drittel durch den Zentralrat (der dafür wiederum eine Förderung von der deutschen Bundesregierung bekommt), Abonnements sowie Inserate. Die Mittel für "Die Gemeinde", die auch Organ der IKG ist, kommen von der Kultusgemeinde, aus Förderungen, Inseraten und Abos.

Unterschiedlich ist allerdings der Vertriebsweg: Während "Die Gemeinde" an alle Haushalte mit IKG-Mitgliedern versandt und darüber hinaus über Abos im In- und Ausland mit einer Gesamtauflage von 5500 Stück vertrieben wird, muss sich die "Jüdische Allgemeine" alleine über Abos und am Kiosk verkaufen. Eine Auflage von 10.000 Stück mutet bei 108.000 Mitgliedern in den deutschen jüdischen Gemeinden dabei ziemlich niedrig an. Böhme kämpft hier gegen zwei Dilemmata: "Wir gehen durch ganz viele Hände. Jeweils drei bis vier Leute lesen eine Zeitung." Und: Das Gros der heutigen Juden in Deutschland sei aus der ehemaligen Sowjetunion zugewandert. In diesen Familien werde immer noch lieber auf Russisch gelesen.


Auch sonst unterscheiden sich die beiden Medienprodukte stark voneinander. Böhme versteht sein Blatt als "klassische Wochenzeitung". Und als "Autorenblatt" - Agenturmeldungen dienen der Information der Redaktion, werden aber nur äußerst selten abgedruckt. Wo die Stärke seines Mediums liege? "Ich lege großen Wert auf journalistisches Handwerk und Qualität. Ein Interview ist ein Interview. Kommentar ist Kommentar." Die Redaktion in Deutschland umfasst sieben Redakteure und zwei Pauschalisten, dazu kommen Korrespondenten in Israel, den USA sowie freie Mitarbeiter in vielen anderen Ländern.

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Feiger bringt einmal im Monat ein "Magazin" sowie einmal im Monat einen "Insider" heraus - Letzterer informiert über Termine und die Aktivitäten der IKG, der jüdischen Organisationen und Vereine. Mit dem Magazin will die Chefredakteurin vor allem auf Information setzen: Politik im In- und Ausland, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur werden zum Thema gemacht, aber eben aus einer anderen Perspektive als in anderen österreichischen Medien. Das manifestiert sich vor allem in der Berichterstattung über Israel.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-10-07 16:27:53
Letzte Änderung am 2010-10-07 16:28:00

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