Filmszene aus Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin".
Filmszene aus Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin".

Wien. (iw) "Panzerkreuzer Potemkin" (1925) von Sergej Eisenstein, "Wolga, Wolga" (1938) von Grigori Wassiljewitsch Alexandrow oder "Iwans Kindheit" (1962) von Andrej Tarkowskij - bis Ende des Jahres sollen rund 200 von insgesamt 500 russischen Archivfilmen gratis auf YouTube gestellt werden. Jede Woche kommen fünf neue Filme hinzu. Den Deal, der allen zugute kommen soll, machte Russlands größte staatliche Filmproduktionsstätte Mosfilm mit YouTube und Google. Mosfilm will damit der Videopiraterie ein Schnippchen schlagen. Mit dem kostenlosen Angebot von alten Filmen in bester Qualität werden mögliche Urheberrechtsverletzungen einfach ausgeschaltet.

Arbeiter und Kolchosbäuerin


Im Gegenzug hat sich YouTube verpflichtet, alle illegalen Mosfilm-Filme auf dem Web-Portal zu löschen. Der Bekanntheitsgrad der größten Filmproduktion Russlands wächst und auch die Einnahmen sind mit vorgeschalteten Werbeclips sichergestellt.

Mosfilm hat zu Zeiten der Sowjetunion rund 2500 Filme gedreht. Die Produktionsstätte wurde 1920 gegründet. Als Logo dient seit 1947 die monumentale Stahlplastik "Arbeiter und Kolchosbäuerin" der Bildhauerin Wera Muchina. Die Firma ist seit ihrer Gründung in Staatsbesitz und seit 1998 ist Regisseur Karen Georgijewitsch Schachnasarow Generaldirektor von Mosfilm.

Aus den fünf Kategorien Komödie, Abenteuer, Drama, Kriegsfilm und Melodram kann man die Glanzstücke alter Zeiten auswählen. Von den 500 Filmen werden vorerst allerdings nur etwa 100 Filme mit englischem Untertitel zu sehen sein. Das will Mosfilm jedoch ändern. So sollen nach und nach alle Produktionen mit Untertiteln versehen werden.

Die Filmpalette ist bunt gemischt. Klassiker des russischen Kinos stehen neben weniger bedeutenden Filmen. Die Liebesgeschichte zwischen Boris und Veronika in "Wenn die Kraniche ziehen" von Michail Kalatozow war ein Welterfolg des russischen Kinos in den 50er Jahren. Das Drama erhielt sogar 1957 die Goldene Palme auf dem internationalen Filmfestival in Cannes.