• vom 20.10.2011, 16:38 Uhr

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Update: 20.10.2011, 17:35 Uhr

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Gegen Festplatten-Partys




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Von Theresa Sophie Breitsching

  • Das Streamen von Filmen ist illegal und birgt für den Nutzer viele Gefahren
  • Medienindustrie berät über Maßnahmen gegen Piraterie.

Die große Auswahl immer mit: Aber was ist legal?

Die große Auswahl immer mit: Aber was ist legal? Die große Auswahl immer mit: Aber was ist legal?

München. Sharehoster, kriminelle Internet-Shops und illegale Apps machen heutzutage legalen Anbietern das Leben schwer. Immer weiter fortgeschrittene Technologien sind zwar angenehm für Nutzer, allerdings nutzen auch Kriminelle den Fortschritt, der es ihnen noch einfacher gestaltet, verbotene Angebote an den Mann zu bringen und dabei gleichzeitig noch viel Geld zu verdienen.


Mit nur drei Klicks könne man - ohne eine Software auf dem PC installieren zu müssen - illegal einen Film im Internet gratis ansehen. Dabei sehen die illegalen Anbieter im Netz den legalen vom Äußerlichen unheimlich ähnlich, "der Nutzer kann nicht mehr erkennen, was legal oder illegal ist", so Frederick Huntsberry, Chief Operating Officer von Paramount Pictures, der die Keynote beim Online Gipfel der Medientage in München hielt. Die Frage "Das Internet - ein rechtsfreier Raum?" stand dabei im Mittelpunkt der Diskussion. Circa in der Mitte des illegal gestreamten Films würde der Nutzer dann aufgefordert werden, eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei der Betreiberseite einzugehen. Lockrufe dieser Anbieter sind etwa eine schnellere Datenübertragung und das kostenfreie Streaming von Filmen über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Doch was der User nicht weiß, ist, dass die Kriminellen dann von Kreditkartennummer bis Sicherheitscode alles vom Nutzer bekommen. Und oben drauf sind die Gütesiegel, welche die Echtheit der Website verifizieren, unecht. Noch dazu wissen viele User oft nicht, dass Viren und Trojaner über diesen Weg auf den PC gelangen.

In den ersten drei Monaten, als "Transformers" im Kino lief, mussten 227.000 illegale Links von derartigen Sharehostern von Paramount Pictures weltweit entfernt werden. "Insgesamt waren es im letzten Jahr 9,7 Millionen Links", meint Huntsberry. Die fünf größten Sharehosters der Welt hätten fast 80 Milliarden Seitenaufrufe.

Schattenindustrie
Besonders gefährlich seien auch scheinbar lukrative Angebote, bei denen der Uploader eines Films ab einer bestimmten Anzahl von Downloads seines Films Geld bekommt. Dies stellt vor allem ein Anreiz für junge Leute dar, die sich dann kriminell betätigen. Dazu kommt, dass die Verluste, die von der Piraterie verursacht werden, dazu führen, dass weniger Filme produziert werden können. Im weiteren Sinn führt es sogar zu Steuerverlusten, die den jeweiligen Ländern entgehen, und dann trifft es noch die Arbeitnehmer, die entlassen werden, wenn Filmproduzenten das Geld fehlt. "Es führt zu einer kulturellen Verarmung", meint Huntsberry.

Solange es keine Gesetze gibt, die dies zu verhindern trachten, wird es den Sharehostern einfacher gemacht. Warnhinweiseerfassen nämlich nicht alle Gebiete der Piraterie, der Weg der gesetzlichen Beschlagnahme dauert zu lange und der Erfolg hält nur wenige Wochen an. Man müsste die illegalen Angebote etwa mit Hilfe von Kreditkartenunternehmen und der Werbeindustrie eindämmen, denn: wo kein Geld, da auch kein Anbieter. Man müsse die Internetkriminalität bekämpfen und "faire Spielregeln schaffen".

Eine Studie im Jahr 2008 auf europäischer Ebene hatte ergeben, dass die Auswirkungen der Piraterie alleine in Deutschland 1,2 Milliarden Euro Schaden verursacht haben und 34.000 Arbeitsplätze betroffen sind, im Jahr 2015 wären dies dann bereits 1,2 Millionen betroffene Arbeitsplätze. "Das sind Prognosen, die einen sehr bedenklich stimmen", so Claus Grewenig, Geschäftsführer des Privaten Rundfunkverbandes.

Auch die Buchbranche ist von der Piraterie betroffen. "Man muss unterscheiden zwischen dem, was die Verlage aus freien Stücken kostenlos anbieten, um eine gewisse Reichweite zu bekommen, und den ,Festplatten-Partys junger Leute", betont Rainer Esser, Geschäftsführer des "Zeit"-Verlages Gerd Bucerius und DvH Medien. Denn dort träfe man sich mit dem einzigen Zweck, untereinander die Festplatten auszutauschen und Material - natürlich kostenlos - weiterzureichen. Man müsse vor allem jungen Leuten erklären, dass sie hier nicht korrekt handeln. Einig ist man sich bei der Podiumsdiskussion zum Online-Gipfel jedenfalls, dass klare Gesetze und Richtlinien geschaffen werden müssen, um die Internetpiraterie in ihre Schranken zu weisen.




Schlagwörter

Medien, Filmindustrie, Digital

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-10-20 16:44:09
Letzte Änderung am 2011-10-20 17:35:16


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