New York.

"Con Qué Suenas?" aus Chile bekommt den Preis in der Kategorie Jugend- und Kinderfernsehen. - © Apaweb / Henny Ray Abrams/AP/dapd.
"Con Qué Suenas?" aus Chile bekommt den Preis in der Kategorie Jugend- und Kinderfernsehen. - © Apaweb / Henny Ray Abrams/AP/dapd.
Komplett leer ausgegangen sind die Deutschen in diesem Jahr bei den International Emmy Awards. Die am Montagabend in New York vergebenen Fernsehpreise gingen wie in fast jedem Jahr vor allem wieder nach Großbritannien. Zu den 40 Nominierten in den zehn Kategorien hatte die Doku "Wild Japan", die in Kooperation mit dem ORF entstand, gezählt. Letztlich musste sie sich aber TV-Sendungen aus Kanada, Chile und England geschlagen geben.

Die International Emmy Awards erregen zwar bei weitem nicht so viel Aufsehen wie die Emmys für die amerikanischen Fernsehproduktionen. Eine New Yorkerin zauberte am Montag aber viel Glamour in die Gala: Lady Gaga war als Überraschungsgast erschienen und hatte Nigel Lythgoe einen Sonderpreis überreicht. Der Engländer hat "Pop Idol" und "American Idol" erfunden, die Vorlagen für "Deutschland sucht den Superstar" und andere Talentshows. Lady Gaga kam mit Sonnenbrille, langen blonden Haaren und schwarzem Kleid, das zwar mehr als bodenlang war, aber dennoch bei jedem Schritt die Oberschenkel der 25-Jährigen enthüllte.

Briten räumen ab

Britische Fernsehproduktionen haben bei den internationalen Emmys fünf Preise abgeräumt. Bei der Verleihung wurde unter anderem die Serie "Accused" als bestes Drama ausgezeichnet. Christopher Eccleston erhielt für seinen Auftritt in einer Folge der Serie den Preis für den besten männlichen Darsteller. Als beste weibliche Schauspielerin wurde Julie Walters für ihre Rolle in dem Fernsehfilm "Mo" ausgezeichnet.

"Accused" erzählt die Geschichten von Angeklagten, die in Zellen unterhalb des Gerichtssaals auf ihr Urteil warten. Ursprünglich war das Drama gar nicht nominiert, ersetzte dann aber die britische Serie "Sherlock", nachdem diese auch für einen Emmy in den USA nominiert worden war.

Vierzig Nominierte aus 20 Ländern standen sich bei den 39. Internationalen Emmys in zehn Kategorien gegenüber, bei denen außerhalb der USA hergestellte Fernsehproduktionen ausgezeichnet werden.

Ehrenpreis an indischen Medienmogul

In der Kategorie Telenovela gewann Portugal zum zweiten Mal hintereinander, diesmal mit der Serie "Lacos de Sangre". Beste Dokumentation wurde das kanadische Reality-Drama "Life with Murder". Darin kämpfen Eltern damit, wie sie mit ihrem Sohn umgehen sollen, nachdem er beschuldigt wurde, seine Schwester getötet zu haben.

Als beste Komödie wurde die belgische Show "Benidorm Bastards" ausgezeichnet, bei der sieben Senioren mit versteckter Kamera dabei begleitet werden, wie sie versuchen, junge Menschen hereinzulegen.

In der Kinder- und Jugendkategorie gewann die chilenische Produktion "Con Qué Suenas?". Bei den Kunstprogrammen siegte die britische Produktion "Gareth Malone Goes to Glyndebourne", in der Kategorie Unterhaltung ohne Drehbuch die ebenfalls britische Show "The World's Strictest Parents".

Ein Ehrenpreis ging an den indischen Medienmogul Subhash Chandra, der durch die Gründung des ersten Privatsenders in Indien vor fast 20 Jahren das Fernsehmonopol der Regierung brach.