Wien. Das kommende Medientransparenzgesetz und eine Prüfung der Bundeswettbewerbsbehörde sollen nun klarstellen, dass die Eigentümerstruktur hinter der Gratiszeitung "Heute" bald aufgedeckt wird. Gründer der von Eva Dichand (Ehefrau des Krone-Herausgebers und Hälfteeigentümers Christoph Dichand) geleiteten Gratiszeitung ist eine Periodika-Stiftung.

Deren Stifter ist Heinz Gehl, ehemaliger Bank Austria-Vorstand. Nun müssen - nach den Bestimmungen des Medientransparenzgesetzes - auch die Stiftungsbegünstigten genannt werden. Das sind jene Personen, die im Falle einer Auflösung der Stiftung das Vermögen erhalten.

Bei der Periodika-Stiftung sind dies - nach Angaben aus Stiftungskreisen - die St. Anna Kinderkrebsforschung und die Opferschutz-Organisation "Weisser Ring". Im Falle eines Verkaufs von "Heute" würde der Erlös diesen beiden Organisationen zufallen. Dem Vernehmen nach schüttet die Stiftung keine jährlichen Mittel an die Begünstigten aus, sondern "Heute" hat den Auftrag, diese beiden Organisationen medial zu unterstützen.

Das war’s mit der Stiftung. Am Beginn der Gratiszeitung stand ein Kredit der Bank Austria, der aus den Gewinnen von "Heute" zu bedienen ist. Die Bilanz 2010 der AHVV Verlags GesmbH., die "Heute" herausgibt, legt nahe, dass dieser Kredit im Stiftungsumfeld geblieben ist. Das Rohergebnis lag bei knapp 16 Millionen, der Jahresüberschuss bei zwei Millionen. Das Unternehmen verfügte 2010 über ein Netto-Finanzguthaben. Das ist selbst für eine Gratiszeitung wie "Heute", die seit 2004 auf dem Markt ist, eher ungewöhnlich. Da 1,9 Millionen Euro des Gewinns ausgeschüttet worden sind, glauben Bilanzprüfer, dass damit der Kredit bei der Bank Austria abbezahlt wurde und wird.

In Polit- und Medienkreisen wird seit Jahren spekuliert, wer hinter "Heute" steckt. Immerhin ist die Gratiszeitung mittlerweile die reichweitenstärkste Tageszeitung Wiens und hat die Kronen Zeitung überholt. Vor allem bei jungen Lesern unter 40 weist "Heute" hohe Reichweiten aus.

Viele Inserate aus dem Umfeld der Wiener SPÖ und Faymanns lassen die einen vermuten, dass hinter dem Ganzen die SPÖ steckt. Die Geschäftsführerin Eva Dichand lässt für andere den Schluss zu, dass hinter der Stiftung die Familie Dichand steht. Ihr gehören 50 Prozent an der Kronen Zeitung", Christoph Dichand ist Chefredakteur und Herausgeber. Allerdings darf die Familie daneben keine Konkurrenz-Blätter betreiben, darauf passen die anderen 50 Prozent bei der "Krone", die deutsche WAZ-Gruppe, auf.