Joachim Bißmeier und Julia Gschnitzer bei der Aufnahme des Hörspiels. - © Martin Sailer
Joachim Bißmeier und Julia Gschnitzer bei der Aufnahme des Hörspiels. - © Martin Sailer

Der nun bereits zum 14. Mal vergebene Radiopreis der Erwachsenenbildung ist in mehrere Sparten aufgesplittet. Hörspielautor Alois Hotschnig, die Ö1-Sendereihe "Matrix" und die Medienwerkstatt Linz sind unter den Preisträgern. Ausgezeichnet wurden drei ORF-Beiträge sowie Produktionen der Radiofabrik Salzburg, von Radio Orange und der Linzer Medienwerkstatt des Senders FRO.

Die Preise wurden im November von einer 18-köpfigen Jury vergeben, die aus Vertretern der vier preisstiftenden österreichweit tätigen Verbänden der Erwachsenenbildung - Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser, Büchereiverband, Volkshochschulverband (der auch die Preisüberreichung ausrichtet) und Wirtschaftsforschungsinstitut - sowie Medienjournalisten bestand.

Für sein Hörspiel "Die kleineren Reisen" (auch zum "Hörspiel des Jahres" 2010 gewählt) wird Alois Hotschnig und mit ihm Regisseur Martin Sailer (bereits zum zweiten Mal) vom ORF-Landesstudio Tirol in der Sparte "Kultur" ausgezeichnet. Die Schauspieler Julia Gschnitzer und Joachim Bißmeier spielen darin ein altes Ehepaar, dessen Leben ums Essen kreist und deren Lebenserinnerungen eine ganze Abfolge von Speisen sind (Details dazu siehe Seite 10, Ö1, "Hörspiel-Galerie").

"Matrix" und "100 Jahre Frauentag"


Ö1 erhielt eine Auszeichnung für die sonntägliche Sendereihe "Matrix - Computer und neue Medien", für die Franz Zeller und Wolfgang Ritschl geehrt werden. Bei den "Kurzsendungen" wurde FM4 mit Irmi Wutscher, Rudi Ortner und Veronika Weidinger für ihre "100 Jahre Frauentag"-Folgen ausgezeichnet - ex aequo mit einem Radio-Orange-Beitrag von Schülern aus der Schule in der Anton-Krieger-Gasse in Wien-Liesing - der "Wiener Radiobande". Sie haben unter dem Titel "Ü-Staben/Ü-Dichte" Texte von Ernst Jandl als Inspiration für eigene Laut-Gedichte verwendet.

Radiofabrik und Medienwerkstatt

Die Schriftstellerin Sabine Gruber hält die "Rede zum Preis". - © Karl-Heinz Ströhle
Die Schriftstellerin Sabine Gruber hält die "Rede zum Preis". - © Karl-Heinz Ströhle

Um Radioarbeit mit Laien geht es auch bei einem weiteren Preisträger, der Medienwerkstatt Linz, die in der Sparte "Bildung/Wissenschaft" mit dem Eduard-Ploier-Preis (benannt nach einem Erwachsenenbildner) ausgezeichnet wurde: Auf Radio FRO (Freier Rundfunk Oberösterreich) wurde die umfangreiche NS-Erinnerungsreihe "Leben erfahren - Lebensgeschichten hörbar gemacht" gesendet. Aus Salzburg kommt der ausgezeichnete Beitrag im Bereich "Information": "Mein Salzburg - von unten, oben und mittendrin" der Radiofabrik Salzburg - Freier Rundfunk Salzburg lässt Verkäufer der Obdachlosenzeitung "Apropos" durch ihre Stadt mit ihren persönlichen Geschichten führen.

Die Jury hatte aus 15 Produktionen zu wählen. Die Nominierungen wurden zuvor aus der Rekordzahl von 108 Sendungen von zwölf Sendern vorgenommen. 44 Produktionen kamen vom ORF und 64 von acht freien und privaten Radiosendern.

Die "Rede zum Preis" hält heuer die aus Südtirol gebürtige Schriftstellerin Sabine Gruber, von der zuletzt der Roman "Stillbach oder Die Sehnsucht" (C. H. Beck Verlag) erschien. (as)