Wien. Wenn einmal im Jahr die "Creme de la Creme" der heimischen Medienlandschaft zusammenkommt, geht es meist darum, die Besten der Branche zu küren: Am Dienstagabend war es soweit, und die von der Branchenzeitschrift "Der Österreichische Journalist" initiierten Preise jene Journalisten, die im vergangenen Jahr Namhaftes geleistet haben, wurden vergeben. Hubert Patterer, Chefredakteur der "Kleinen Zeitung", konnte als Erster aus der Kategorie Chefredaktion die begehrte Auszeichnung als "Journalist des Jahres" entgegennehmen. "Medienmanagerin des Jahres" darf sich Gerlinde Hinterleitner, Online-Geschäftsführerin des "Standards", nennen.

  Während in den Vorjahren immer wieder Geehrte oder Laudatoren die Chance nutzten, um Missstände in der Branche anzuprangern, blieb harsche Kritik an der Medienszene heuer weitgehend aus. Die Journalistin und Publizistin Barbara Coudenhove-Kalergi forderte die ORF-Mitarbeiter auf, den Kampf um die Unabhängigkeit des ORF weiterzuführen, dies sei "ein Kampf, den jede Generation ausfechten muss". Es gehe dabei nicht um die Besetzung eines Büroleiter-Jobs, sagte sie in Anspielung auf die Causa Pelinka, sondern vielmehr um die notwendige Reform des Stiftungsrates - "ich hoffe, dass ihr dranbleibt", so Coudenhove-Kalergi zu den anwesenden ORF-Journalisten.

ORF auf Facebook und Co. 
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz nutzte die Gelegenheit, guten Wind für sein Anliegen zu machen, der ORF müsse auch im Bereich Social Media vertreten sein. Da im Rahmen der Auszeichnung, bei der sowohl Journalisten von ORF, Print und Privat-TV geehrt werden, solche Eintracht zwischen den unterschiedlichen Medien herrsche, könne man doch auch einen Preis für ORF und Social Media ins Leben rufen, witzelte Wrabetz: "Das würde niemandem schaden."

  Unter den Geehrten fanden sich wie üblich einige bekannte Gesichter, die die Preise zum wiederholten Mal entgegennehmen durften. So wurde Patterer, wie schon im Vorjahr, Chefredakteur des Jahres, zur besten Redaktion wurde erneut der ORF gekürt. Einen Sonderpreis gab es für Anneliese Rohrer in der Kategorie "Lebenswerk".

Weitere Auszeichnungen  
Der erste Platz in der Kategorie Foto ging zum wiederholten Mal an APA-Fotograf Robert Jäger vor Clemens Fabry von der "Presse" und Barbara Gindl, APA. Die Wirtschaftsberichterstattung wurde im Jahr 2011 einmal mehr von Michael Nikbakhsh vom "profil" dominiert. Die Auszeichnung in der Kategorie Innenpolitik ging an Rainer Nowak von der "Presse", und in der Kategorie Investigation wurde Kurt Kuch von "News" geehrt.

  Als beste Kultur-Journalistin galt im Vorjahr ORF-Moderatorin Barbara Rett, und auch die Kategorie Außenpolitik ging an den ORF mit Karim El-Gawhary. Mit dem Titel "Kolumnist des Jahres" kann sich erneut Rainer Nikowitz vom "profil" schmücken und die Kategorie Unterhaltung gewann - ebenfalls zum wiederholten Mal - Karl Hohenlohe ("Kurier", ORF). Sportjournalist des Jahres ist Wolfgang Winheim vom "Kurier".

  Einzelne Sieger wurden auch für jedes Bundesland gekürt: In Vorarlberg war dies Günther Bitschnau (Wirtschafts-Presseagentur) und in Tirol Peter Nindler von der "Tiroler Tageszeitung". In Salzburg siegte Christian Resch von den "Salzburger Nachrichten", in Oberösterreich Helmut Atteneder von den "Oberösterreichischen Nachrichten" und in Niederösterreich Elisabeth Czastka von "Heute". In Wien erklomm Duygu Özkan von der "Presse" den obersten Stockerlplatz und im Burgenland Michaela Grabner von der "BVZ". In der Steiermark fiel Klaus Höfler von der "Presse" auf und in Kärnten Thomas Cik von der "Kleinen Zeitung".