Wien. Lange verbargen sich die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse der erfolgreichen Gratiszeitung "heute" hinter einer intransparenten Treuhandkonstruktion. Das gab zu Spekulationen Anlass, in wie weit die Wiener SPÖ oder Hans Dichand an der Zeitung beteiligt war oder über Einfluss verfügte. Nun hat die Herausgeberin der Zeitung, Eva Dichand, die Eigentümerstruktur offengelegt.

Eigentümer der Gratiszeitung sind demnach die Pluto Privatstiftung mit 74 Prozent sowie (wie bereits länger bekannt) die Periodika Privatstiftung mit 26 Prozent. Die Pluto Privatstiftung ist eine Familienstiftung, als Stifter fungierten Eva Dichand und ihr Bruder Georg Kriebernegg, Begünstigte sind Eva Dichand und deren Kinder. Die konkreten Eigentümerverhältnisse wurden dieser Tage im Firmenbuch eingetragen und veröffentlicht.

Bisher wurden die Anteile der Pluto Privatstiftung treuhänderisch von der Fidelis GmbH gehalten, was in der Vergangenheit wiederholt Anlass für Spekulationen bot. So wurde hinter dem Firmenkonstrukt einmal die SPÖ vermutet, ein anderes Mal Hans Dichand oder die Mediaprint. Von Konkurrenzmedien gab es deshalb Anzeigen bei der Bundeswettbewerbsbehörde sowie beim Finanzamt, die ÖVP reklamierte einen Offenlegungspassus ins Medien- und Medientransparenzgesetz, der mit Juli in Kraft tritt.

Mit der vorzeitigen Offenlegung scheint die Gesellschafterstrukturfrage geklärt und das Geheimnis um die wahren "heute"-Eigentümer gelüftet. Mit einer Familienstiftung um Eva Dichand hält die Frau des "Kronen Zeitung"-Herausgebers und -Chefredakteurs Christoph Dichand die "heute"-Mehrheit.

"Jeden, der jetzt noch behauptet, dass ,heute‘ der SPÖ oder einer SPÖ-nahen Organisation gehört oder von dort finanziert wurde oder dass ,heute‘ Hans Dichand oder der Mediaprint gehört, werden wir klagen", sagte "heute"-Herausgeberin und -Geschäftsführerin Eva Dichand. Kartellrechtliche Probleme ergeben sich durch die Gesellschafterstruktur nicht. "Es gibt keine Sippenhaftung für Ehepartner. Die Pluto Privatstiftung ist eine Familienstiftung, in der keine weiteren Medienbeteiligungen enthalten sind", so Eva Dichand. Diese Ansicht teilt offenbar auch die Bundeswettbewerbsbehörde, wie Dichand mit einem Schreiben der Behörde belegt. Die Finanzierung von "heute" erfolgte laut Eva Dichand ausschließlich über einen Drei-Millionen-Kredit der Bank Austria. Die Begünstigten des Minderheitseigentümers der Periodika Stiftung sind, wie von der "Wiener Zeitung" berichtet, Verein "Weißer Ring" und der Verein "Rettet den Stephansdom".