Am Montag sind die Verhandlungen über den neuen Tages- und Wochenzeitungs-Kollektivvertrag gescheitert. Der Verlegerverband VÖZ hat die Verhandlungen mit der Journalistengewerkschaft kurz vor dem geplanten Ende abgebrochen. Knackpunkt waren zuletzt die Gehaltsvorstellungen.

"Wir haben festgestellt, dass die Unternehmen ihre Gangart verschärft haben und begonnen haben, Ultimaten zu stellen", so Gewerkschaftsvertreter Franz J. Bauer zur "Wiener Zeitung". Laut Hermann Petz, Verhandlungsführer beim VÖZ, hat die Gewerkschaft den Abbruch provoziert. "Es wurde seitens der Gewerkschaft völlig überraschend ein komplett anderes Gehaltsschema verlangt", erklärte Petz in einer Aussendung. "Diese Forderung läuft dem großen Ziel, der Integration der Online-Redaktionen in den Journalisten-KV, völlig zuwider."

Die Gewerkschaft hatte gefordert, dass die Gehälter nicht unter dem vor zwei Jahren geschlossenen APA-Kollektivvertrag liegen können. "Wir haben immer gesagt, dass wir ein Gesamtpaket verhandeln", sagt Bauer, "alle Eckpunkte haben sich seit Beginn der Verhandlungen geändert, da muss man an anderen Stellen nachbessern." Den für die Dauer der Verhandlungen geschlossenen "Waffenstillstand" habe der VÖZ laut Bauer auch nicht ernstgenommen. Deshalb werde sich die Gewerkschaft nun "genau anschauen, wo der Kollektivvertrag nicht eingehalten wird und wo Gesetze gebrochen werden." Der neue Kollektivvertrag sollte prekäre Arbeitsverhältnisse verbessern und auch für Online-Journalisten gelten, die bislang nach dem Gewerbe-KV entlohnt werden. Die Verhandlungen zogen sich seit April 2009.