Ein neues TV-Konzept: Stars spielen Krieg. Auch das Publikum darf mitspielen: Auf der Website gibt es einen Ego-Shooter. - © APAweb / www.nbc.com
Ein neues TV-Konzept: Stars spielen Krieg. Auch das Publikum darf mitspielen: Auf der Website gibt es einen Ego-Shooter. - © APAweb / www.nbc.com

Los Angeles. (fez) Feuergarben aus Maschinengewehren, Sturmangriffe vor laufender Kamera – der US-Sender NBC hat für seine Reality-Show "Stars Earn Stripes" den Krieg als letztes Mittel auch für die Unterhaltung entdeckt. Neun Nobelpreisträger, darunter Südafrikas Erzbischof Desmond Tutu, protestierten vor dem Start der Serie in einem offenen Brief gegen diese "Glorifizierung des Krieges" und "bewaffneter Gewalt".


Links
Stars Earn Stripes
wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Die Fernsehshow, die am Montagabend (Ortszeit) in den USA startete, jagt acht Prominente, darunter Sarah Palins Ehemann Todd und Muhammad Alis Tochter Laila Ali, durch ein Militärcamp, das von Helikopterlandungen bis zu Scharfschützentraining alles bereit hält, was man sich von derartigen Einrichtungen erwartet. Begleitet werden sie von ehemaligen Soldaten der Marines, Green Berets und anderer Elite-Einheiten.

Standesgemäß präsentiert wird die Show, die dem Publikum auch "als Würdigung der US-Streitkräfte" angedient wird, vom früheren US-General Wesley Clark, seinerzeit Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte im Kosovokrieg.

Vermutlich kommt NBC die Kritik gar nicht ungelegen, sorgt sie doch dafür, dass das neue Format weltweit bekannt wird. "Natürlich ehren wir das Militär, aber auf lustige und interessante Art", meinte eine NBC-Produzent. Auch das Publikum darf am Spaß teilhaben: Auf einer eigens eingerichteten Homepage kann man seine militärischen Talente mit einem Ego-Shooter testen.

Der Protestbrief wurde neben Tutu von Jody Williams, Mairead Maguire, Shirin Ebadi, Jose Ramos-Horta, Adolfo Perez Esquivel, Oscar Arias Sanchez, Rigoberta Menchu Tum und Betty Williams unterzeichnet.