Wien. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) rührt die Werbetrommel in eigener Sache und startete am Donnerstag eine landesweite Werbekampagne, die von niemand geringerem als der Werbeagentur "Demner, Merlicek & Bergmann" kreiert wurde. "Wenn Banken systemrelevant für ein demokratisches Gefüge sind, dann sind es auch Zeitungen", so VÖZ-Präsident Hans Gasser bei der Präsentation vor der Presse. Es ginge darum, Leser zu halten, darauf aufmerksam zu machen, dass Qualitätszeitungen unverzichtbar seien und man wolle vor allem die Regierung mahnen, dass die Presse stiefmütterlich behandelt werde. "Einer Regierung war Pressefreiheit im 21. Jahrhundert noch nie so wenig wert", polterte Gasser. Er forderte eine Verfünffachung der Presseförderung auf 50 Millionen Euro.

Reform der Presseförderung


Der VÖZ tritt ab sofort in Gespräche mit den Parlamentsparteien und will eine Reform der Presseförderung erreichen. Ebenfalls anwesend waren Harald Knabl, Vorsitzender des Boards Lesermarkt und Helmut Hanusch, Vorsitzender des Boards Werbemarktes. Knabl kritisierte Österreich als "Zeitungshochsteuerland". Der Steuersatz sei mit zehn Prozent im internationalen Vergleich zu hoch. Für Hanusch muss es heißen, "wir schaffen ein hochqualitatives Umfeld für die Werbewirtschaft und nicht umgekehrt". Qualität sei unverzichtbar.

"Heben Sie das Niveau Ihrer Selbstgespräche", "Wer die Stärke von Papier unterschätzt, hat sich schon oft geschnitten" und "Was wäre die öffentliche Meinung ohne jemanden, der sie veröffentlicht" sind die Slogans, die Mariusz Jan Demner präsentierte und die die heimischen Printmedien ab jetzt bewerben. Dem Leser soll klargemacht werden, dass Kaufzeitungen ihren Wert haben. "Das Wort ist mächtiger als das Schwert", zitierte Demner.