Fünf Jahre sind es bereits, in denen Robert Meyer die Geschicke der Volksoper Wien bestimmt. Renate Burtscher nahm dies zum Anlass, um den Direktor, Kammerschauspieler und Regisseur in den Ö1-"Klassik-Treffpunkt" einzuladen und so "die ersten fünf Jahre" als Direktor Revue passieren zu lassen sowie auch etwas über die eben angelaufene neue Saison zu erfahren.

Der Direktor auf der Bühne. Robert Meyer (M.) in Stephen Sondheims Musical "Die spinnen, die Römer!" - © Rita Newman
Der Direktor auf der Bühne. Robert Meyer (M.) in Stephen Sondheims Musical "Die spinnen, die Römer!" - © Rita Newman

Geboren 1953 im bayrischen Bad Reichenhall, erlernte Robert Meyer zunächst den Beruf eines Großhandelskaufmanns, bevor er von 1971 bis 1974 an der Salzburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst "Mozarteum" Schauspiel und Regie studierte und bereits damals am Landestheater Salzburg auftrat.

33 Jahre am Burgtheater

Im Jahr 1974 wurde Meyer an das Wiener Burgtheater engagiert, dem er 33 Jahre als Ensemblemitglied angehörte. Hier spielte er mehr als 90 Rollen in einem weiten Spektrum an Werken, unter anderem von Johann Nestroy, Bertolt Brecht, Nikolai Gogol, Herbert Achternbusch, Arthur Schnitzler, Botho Strauß, William Shakespeare und Thomas Bernhard. Seine erfolgreichen Soloabende wie Nestroys "Häuptling Abendwind", "Johann Nestroy: Briefe und Couplets", "Wilhelm Busch: Max und Moritz und andere gereimte Sachen", "Heiteres über das Reisen" sowie die Opernparodie "Tannhäuser in 80 Minuten" (Binder/Nestroy) mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln erfreuten sich großer Beliebtheit an der "Burg".

Zwei bedeutende Auszeichnungen wurden Robert Meyer für seine Theaterarbeit zu Teil: Er ist Träger des Nestroy- Rings (seit 1993) und erhielt die Kainz-Medaille (1999). Im Jahr 1997 wurde er zum Kammerschauspieler ernannt.

Meyer spielte auch in zahlreichen Filmen, u. a. als Erich in "Geschichten aus dem Wiener Wald" (Regie: Maximilian Schell), interpretierte den Adlatus Fuchs in "Herr Ober" (Regie: Gerhard Polt) und wirkte in dem heimischen Spielfilm "Die Ameisenstraße" (Regie: Michael Glawogger) mit.

TV-Auftritte in "Derrick" und "Tatort"

Einem breiten Publikum ist Meyer auch aus Fernsehproduktionen bekannt (etwa "Derrick", "Der Alte", "Tatort", "Soko Kitzbühel", Soko Donau" oder "Der Bulle von Tölz").

Seit 1993 führt Robert Meyer auch Regie, u. a. beim Sommertheater Reichenau (NÖ), im Schauspielhaus Graz, bei den Operettenfestspielen Bad Ischl, am Wiener Akademietheater sowie am Burgtheater.

Große Erfolge feierte Robert Meyer im Musiktheater u. a. an der Volksoper als Sigismund Sülzheimer ("Im weißen Rössl", 1993), Sancho Pansa ("Der Mann von La Mancha", 1996) und Alfred P. Doolittle ("My Fair Lady", 2003) sowie an der Wiener Staatsoper als Frosch in der "Fledermaus". Auch neben seiner Tätigkeit als Direktor steht Meyer immer wieder mit dem Ensemble auf der Bühne des von ihm geleiteten Hauses wie etwa in der Operette "Die lustige Witwe" und in dem Musical "Die spinnen, die Römer!" Ferner inszenierte er das Kindermusical "Antonia und der Reißteufel" von Christian Kolonovits und eben zu Saisonbeginn "Ein Walzertraum" von Oscar Straus. (as)