New York. Im TV regieren längst hochwertige US-Serien, die in den letzten Jahren nicht zuletzt durch den innovativen Sender HBO massiv an Qualität gewonnen haben. Das spiegelt sich auch bei der alljährlichen Vergabe der Emmys wider - der wichtigste Fernsehpreis der Welt ist ein Gradmesser für die Beliebtheit und die Qualität der Fortsetzungsgeschichten. Am Sonntag wurde der Fernsehpreis in New York in mehr als 90 Kategorien vergeben - der große Sieger heißt diesmal "Homeland", eine neue US-Spionage-Serie, die erst seit einem halben Jahr läuft und von Fox 21 für "Showtime Networks" produziert wird. "Homeland" hat gleich sechs Preise abgeräumt, darunter jene für das beste Drama und die besten Hauptdarsteller (Claire Danes und Damian Lewis). Die Serie hat damit den Platzhirschen "Mad Men" über eine Werbeagentur im New York der 1960er vom Thron gestoßen, die in den letzten vier Jahren zu den Dauergewinnern zählte und auch 2012 insgesamt 17 Mal nominiert war, aber gänzlich leer ausging.

"Homeland" setzte sich auch noch gegen "Broadwalk Empire", "Breaking Bad", "Downtown Abbey" und "Game of Thrones" durch. Inhaltlich passt "Homeland" perfekt zur US-Maschinerie vom "Krieg gegen den Terror": Im Zentrum steht eine Verschwörung rund um den aus langer Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Sergeant Scott Brody (Lewis), der im Irak einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein soll. Die CIA-Agentin Carrie Mathison (Danes) vermutet, dass Brody der zentrale Bestandteil eines Terror-Komplotts gegen die Vereinigten Staaten sein soll. Die Serie basiert auf dem aus Israel stammenden Format "Hatufim" (Kriegsgefangener). Die Rechte für die deutsche TV-Ausstrahlung hat sich ProSieben gesichert.

Auch die Serie "Modern Family" bekam drei Emmys, darunter den Preis für die beste Comedyserie. Darin spielt "Al Bundy" Ed O’Neill den Vater einer modernen, chaotischen Patchworkfamilie. "Modern Family" ist auf Deutsch bereits bei RTL nitro zu sehen.