• vom 23.10.2012, 17:52 Uhr

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Update: 23.10.2012, 18:59 Uhr

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Von Thomas Seifert

  • Wer bei sozialen Medien nicht mitmacht, "wird mitgemacht"
  • Segmentierung der Gesellschaft durch das Internet ist "problematisch".

Miriam Meckel meint, die EU kommuniziere genug, aber nicht richtig. - © © Harald Eisenberger

Miriam Meckel meint, die EU kommuniziere genug, aber nicht richtig. © © Harald Eisenberger

"Wiener Zeitung": Medien und Politik waren es bisher gewohnt, dass das Publikum geduldig zuhört. Nun müssen sie umdenken, sich an einen Dialog gewöhnen.

Information

Miriam Meckel ist Professorin an der Universität St. Gallen. Nach dem Publizistik-Studium war sie zehn Jahre als TV-Journalistin tätig. 2001 wurde sie Staatssekretärin und Regierungssprecherin von Wolfgang Clement in Nordrhein-Westfalen. Sie war auf Einladung der Akademie der Wissenschaften, des Medienhaus Wien und der Telekom in Wien.


Miriam Meckel: Selbst wenn man sich entscheidet, bei sozialen Medien nicht mitzumachen, dann wird man eben mitgemacht. Es wird über eine Partei, einen Politiker, ein Medium, ein Unternehmen in sozialen Medien gesprochen. Da es besser, sich gleich selbst aktiv einzubringen.

Das Internet spielt im US-Wahlkampf eine große Rolle. Wenn etwa die Demokraten herausfinden, dass Sie sich für Energiepolitik interessieren, bombardiert Obama Sie mit Material zu diesem Thema.

Diese Segmentierung und Tribalisierung durch das Internet ist durchaus problematisch. Im Englischen gibt es den Begriff "echo chamber", also "Echo-Kammer". Man hört nur mehr das, was man vorher ausgerufen hat. Wenn nun so etwas wie die Wahlentscheidung zum US-Präsidenten ansteht, dann ist es durchaus bedenklich, wenn die Verbindungsstränge zwischen spezifischen Interessen und den damit verbundenen Themen gekappt sind und nur mehr jede Gruppe die eigenen Interessen im Blick hat und die gesamtgesellschaftliche Zusammenschau fehlt.

Welche Entwicklung erwarten Sie für Europa?

In einer Studie über Politiker und Social Media in Deutschland und der Schweiz haben wir festgestellt, dass "Soziale Medien" für viele ein Fremdwort ist. Es gibt ein paar Twitter und Facebook-Champions, die auch begonnen haben, dialogische Kommunikationsformen auszuprobieren. Diese Politikertypen verstehen auch, dass es etwas nützen kann, wenn man das Feedback der Community nützt, um zu verstehen, was die wirklich wichtigen Themen sind. Die meisten aber beschäftigen sich mit dem Thema nicht wirklich. Und wenn, dann überlassen sie es ihren Mitarbeitern.

Der deutsche Regierungssprecher Seibert twittert aber selbst.

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel twittert auch selbst. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zumindest Leute, die das für sie machen.

In Deutschland konnte die Piraten-Partei mit dem Thema Netz-Politik Erfolge feiern.

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Schlagwörter

Digital, Soziale Netzwerke, Medien

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Dokument erstellt am 2012-10-23 17:59:06
Letzte Änderung am 2012-10-23 18:59:32



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