"Der Spiegel" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Brüder Thomas und Christoph Gottschalk, die mit der Firma Dolce Media in den goldenen Jahren von "Wetten dass..?" verbotenes Product Placement im öffentlich-rechtlichen Programm feilgeboten haben soll. Dolce Media, deren Geschäftsführer Christoph Gottschalk war, organisierte unter anderem die Preise für die "Wetten, dass . . ?"-Gewinnspiele und soll im Lauf der Jahre Millionenbeträge für die öffentlichkeitswirksame Platzierung von Marken kassiert haben.

Die Kernfrage, die der "Spiegel" aufwirft, ist, ob den Konzernen dabei Zusagen gemacht wurden, die in die redaktionelle Unabhängigkeit eingriffen. Das Magazin zitiert aus einem Vertrag mit der Autofirma Daimler-Chrysler, in dem nicht nur die Länge der "On-Air-Präsenz" der Fahrzeuge festgelegt wurde, sondern auch konkrete Regieanweisungen zur Anmoderation vereinbart wurden. Dabei handelt es sich um Schleichwerbung, die im deutschen ebenso wie im österreichischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen verboten ist.