Apps können sogar Bewusstlose retten

Bewusstlose können mit der App ebenfalls gerettet werden. Dafür sorgen die eingebauten Sensoren. Für Stürze typische Bewegungen werden registriert und der Betroffene darüber informiert. Ist er nicht in der Lage, den Unfall zu "stornieren", wird automatisch die Kameradenhilfe gestartet, erklärt Haussmann. Das Telefon sucht dann Berggänger in nächster Umgebung, die Erste Hilfe leisten können.

Bei einem Helikoptereinsatz liefert die App die letzte bekannte Position eines Vermissten. Rettungskräfte haben dadurch einen Anhaltspunkt, wo er sich aufhält. Und können - auch ohne Handy-Netz - sein WLAN-Signal aus einer Flughöhe von über tausend Meter orten.

SnowSafe ist keine App für den Notfall, sondern eine, die den Notfall verhindert. Das Angebot des Österreichischen Lawinenwarndienstes zeigt die aktuelle Lawinengefährdung in einem Gebiet an. Am 25. März meldet sie an vielen Orten frischen Triebschnee, die häufigste Ursache für Lawinen. In den Türnitzer Alpen besteht zum Beispiel "erhebli-
che Schneebrettgefahr in den Hochlagen".

Die App hat auch einen Neigungsmesser eingebaut. Der hilft, die Hangneigung genau zu bestimmen. Diese ist ein wichtiger Faktor bei der Bewertung der Lage. Was SnowSafe einem nicht abnimmt: eigenverantwortlich vor Ort zu entscheiden, ob ein Hang sicher ist oder nicht.

Auch bei Erster Hilfe kommen Apps zum Einsatz. Denn die Situation, dass auf der Straße jemand bewusstlos zusammenbricht, kann schneller kommen, als man denkt. Zwar ist der Rettungsdienst schnell alarmiert, aber bis er eintrifft, vergeht Zeit.

Die App vom Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs gibt in diesem Fall genaue Anweisungen. Und sie zeigt auf einer Karte den nächstgelegenen Defibrillator an, ein medizinisches Gerät, welches bei plötzlichem Herzstillstand eingesetzt wird. Durch gezielte Stromstöße setzt es das flimmernde, also stillstehende Herz wieder in Gang.

Defibrillatoren für medizinische Laien liegen in vielen öffentlichen Gebäuden aus, zudem werden in Wien 60 frei zugängliche "Defi-Säulen" installiert. Sobald der Defibrillator entnommen ist, hat der Ersthelfer eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale, die ihm genau erklärt, was er machen soll.

"Stayin’ Alive" kann bei plötzlichem Herzstillstand ebenfalls gute Dienste leisten. Die App ist nicht nur nach dem Bee-Gees-Song benannt, sondern spielt diesen auch aus medizinischen Gründen. Muss ein Bewusstloser per Herzdruckmassage wiederbelebt werden, kommt es nämlich auf den richtigen Rhythmus an. Und den hat "Stayin’ Alive" mit seinen 100 Beats pro Minute. Genau wie "Dancing Queen" von Abba und "Highway to Hell" von AC/DC, ein Song, der sogar 116 Beats schafft.