London. Der neue in London vorgestellte Web Index des W3-Foundation liest den Industrieländern die Leviten. Während in Entwicklungsländern eher Web-Inhalte zensiert oder blockiert würden, sei in Industrieländern die Überwachung der Online-Kommunikation durch staatliche Stellen ein größeres Problem, heißt es in dem Bericht. Nur fünf der 81 untersuchten Länder wendeten rigorose Kontrollen für staatliche Überwachung an.

Die "wachsende Welle von Überwachung und Zensur bedroht nun die Zukunft unserer Demokratie", sagte Tim Berners-Lee dem britischen "Guardian" kurz vor der Präsentation. Berners-Lee ist einer der Gründerväter des World Wide Web. Der Web Index wird von der World Wide Web Foundation herausgegeben, die er 2009 gründete.

Die Länder werden unter anderem danach bewertet, wie verbreitet Internetzugänge sind, ob Menschen grundlegende Informationen online finden und ob sie sich politisch und sozial im Netz engagieren.

Österreich liegt auf Platz 14 der Rangliste, zwei Plätze vor Deutschland. Die USA kommen auf den vierten, Großbritannien gar auf den dritten Platz. Dies, obwohl beide Länder aufgrund der Ausübung von staatlicher Überwachung durch ihre Geheimdienste zuletzt stark kritisiert worden waren. Auf Rang zwei liegt Norwegen, Spitzenreiter der Rangliste ist Schweden.

In knapp einem Drittel der Länder seien im vergangenen Jahr Internetinhalte blockiert wurden. Bei den Recherchen sei aufgefallen, dass Gesetze gegen Beleidigung, Extremismus oder Cyberkriminalität als Zensurmittel missbraucht würden. Ein weiteres Problem sind hohe Kosten für den Internetzugang.