Der deutsche Medienkonzern Axel Springer steigt in großem Stil ins Fernsehgeschäft ein und kauft den Nachrichtensender N24. Der Sender solle mit der "Welt"-Gruppe rund um die gleichnamige Tageszeitung zusammengeführt werden, teilte der im Mdax notierte Konzern am Montag mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

2005 war Springer bei der Übernahme von ProSiebenSat.1 am Veto der Aufsichtsbehörden gescheitert. Springer wie auch N24 rechnen diesmal allerdings nicht damit, dass das Kartellamt und die Kommission für die Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) nein sagen. Die Springer-Aktie lag am Mittag 1,8 Prozent im Plus.

N24 war erst im Juli 2010 aus dem Senderverbund ProSiebenSat.1 herausgelöst und an Privatinvestoren verkauft worden. Dazu gehört auch der Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust, der 26 Prozent an dem Fernsehsender mit rund 300 Mitarbeitern übernahm. Er wird im neu formierten Verbund ab Jahresbeginn als Herausgeber agieren. Mindestens bis Ende 2019 produziert N24 noch die Hauptnachrichten für Sat.1, ProSieben und kabel eins.

Die neue gemeinsame Redaktion soll künftig die journalistischen Inhalte beider Marken für alle digitalen Kanäle sowie für die Printprodukte der Welt-Gruppe produzieren. Die TV- und Programmredaktion für N24 sei für alle TV-Formate und Bewegtbilder zuständig. Damit entstehe eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland. Die Übernahme sei nicht als Kosten- oder Personalsparmaßnahme gedacht, betonten Sprecher der Unternehmen.