Da haben also zwei Urgesteine der deutschsprachigen Filmlandschaft ihre Memoiren vorgelegt - wobei Ottfried Fischer mit seinen 60 Jahren vielleicht noch ein bisschen jung dafür sein mag. Aber es ist wohl Freund Parkinson (nicht sein bester, schreibt er), der den bayrischen Kabarettisten dazu getrieben hat. Überhaupt spielen Freunde und Verwandte eine große Rolle in seiner Autobiografie. Da widmet er jedem (Groß-)Onkel mindestens einen Absatz oder mehr, und so erfährt der Leser nicht nur, wie aus dem kleinen Otti im katholischen Internat der gefeierte TV- und Bühnenstar wurde, sondern auch, wer ihn dabei entscheidend prägte. Nur die gescheiterte Ehe und von Klatschblättern verfolgte Skandale verbannt er in einen Nebensatz.

Ganz anders Christiane Hörbiger: Die Grande Dame des österreichischen Films und Theaters berichtet zum 75er - zu Beginn schreibt sie (versehentlich?) vom 70er - offenherzig über ihre Ehen mit Wolfgang Glück und Rolf Bigler, vom einen ist sie geschieden, vom anderen die Witwe. Auch ihr aktueller Lebenspartner Gerhard Tötschinger kommt ausführlich vor und auch selbst zu Wort, in Form von Zwischenrufen. Wohl zur Auflockerung gedacht, aber das hat die Hörbiger gar nicht nötig. Denn ihr Stil ist locker flockig, fast schon mitreißend.

Fischers Rückblick ist dafür sehr prosaisch geworden, fast schon ein sprachliches Kunstwerk für sich.