Nairobi. Eine kenianische Science-Fiction-Serie zeichnet das Bild einer anderen Welt: Europa ist am Ende und die Weißen wollen nach Afrika, um ihr Leben zu retten. Dort scheint die Sonne - aber die Komplikationen für die Migranten bleiben dieselben.

Die Erde im Jahr 2062: Über Europa hängen nach Vulkanausbrüchen schwarze Aschewolken, die die Sonne verdunkeln. Die Menschen leben in einer kalten Welt, in der es keine Hoffnung mehr gibt. "Europa ist tot, hier gibt es nichts mehr", erklärt Ulysse seiner schwangeren Freundin Ophelia. "Afrika ist der einzige Ort, an den wir fliehen können, um uns etwas aufzubauen." So beginnt die kenianische TV-Serie "Usoni", deren Pilot-Episode im Jänner ausgestrahlt wurde.

Usoni ist das suahelische Wort für "Zukunft". Aber es handelt sich um eine etwas andere, futuristische Vision, das überraschende Bild einer umgedrehten Welt, in der Menschen aus dem einst reichen Norden aus Verzweiflung in den Süden fliehen.

Muster kehren sich um


Die Immigrationsmuster haben sich um 180 Grad verkehrt - während die Probleme der Betroffenen die gleichen bleiben. "Der Film handelt nicht davon, dass Europa einer Katastrophe anheimfällt, die das Leben dort unmöglich macht", sagt der französische Filmemacher Marc Rigaudis, der die Idee zu der Serie hatte. "Ich wollte hingegen aufdecken, was jetzt gerade bereits passiert."

Der Filmprofessor, dessen Firma Rigaudis416 die Serie auch produziert hat, arbeitet derzeit an der United States International University in Nairobi. Als Hauptdarsteller wählte er den Berliner USIU-Studenten Felix Vollmann, Ophelia wird von der Deutsch-Kenianerin Karungari Kahende gespielt. "Dass ich in Berlin aufgewachsen bin, hat sicherlich mein Bild von Einwanderern geprägt", erklärt Vollmann. Er kennt die Probleme der Immigranten.