• vom 24.03.2014, 14:01 Uhr

Medien

Update: 25.03.2014, 16:51 Uhr

Todesfall

Hannes Haas, 1957 - 2014




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Von Paul Vécsei

  • Zum Tode eines umsichtigen Kommunikationswissenschaftlers und Mentors des österreichischen Qualitätsjournalismus.

Wien. Univ.–Prof. Hannes Haas ist am Donnerstag völlig überraschend im 57. Lebensjahr einem Krebsleiden erlegen. Sein plötzlicher Tod hat Politik- und Medienbranche schockiert. Denn Haas war ein angesehener und vor allem fachlich wie auch menschlich hoch geschätzter Experte.

Kaum jemand wusste, dass der starke Raucher Haas im Februar von einer möglichen schweren Erkrankung erfahren hat, die er selbst nicht so recht glauben wollte. Wenige Wochen später hat die Krankheit ihn hinweggerafft.


Haas (geboren 1957 in Leonding/OÖ) hinterlässt in der Kommunikationswissenschaft, am Publizistikinstitut der Universität Wien und bei seinen zahlreichen Freunden im Wiener Medienleben eine große Lücke und nachdenkliche Stille. Er selbst war nie ein lauter Mensch und verkörperte das Gegenteil jener Polterer-Persönlichkeiten, welche in der Medienbranche so gerne jede Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Feinfühliger, verständnisvoller Lehrer
Hannes Haas war unglaublich bescheiden. Was er wusste – und das war nachweislich sehr viel – drängte er niemandem auf. Haas war ein Pädagoge, wie man ihn auf Universitätsboden nur mehr selten antrifft: Ein Universitäts-LEHRER. Kein Maschinist oder Exekutor eines Systems; sondern ein feinfühliger, verständnisvoller Lehrmeister, der in Grundfragen unaufdringlich unbeirrbar blieb: Immer herzlich im Wesen, aber hart in der Sache.

Rund 700 Absolventen haben bei ihm und unter seinem gütigen Schutzschirm ihre wissenschaftlichen Arbeiten verfasst. In ihm fand sie einen wohlwollenden und hochkompetenten Berater. Hunderte andere erlebten Haas in Lehrveranstaltungen, Symposien und Workshops. Seine wissenschaftlichen Funktionen und die damit verbunden Verdienste füllen ganz Internetseiten auf der Homepage des Wiener Institutes für Publizistik und Kommunikationswissenschaft.

Umsichtiger Institutsvorstand
Dort war er 2006 Wolfgang Langenbucher in schwierigen Zeiten als umsichtiger Institutsvorstand gefolgt und bis 2010 geblieben. Die Übersiedlung des Institutes an den nunmehrigen neuen Standort in der Währinger Straße wurde in der Ägide von Haas geplant.

Auch die Initiative für Qualitätsjournalismus hat Haas mitbegründet. Er blieb ihr auch in der Folge als aufmerksamer Watchdog der Branche treu. Sein Ansehen brachte ihm schließlich Ruf und den Auftrag ein, Grundlagen für eine neue Presseförderung in Österreich zu schaffen.

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Dokument erstellt am 2014-03-24 14:08:58
Letzte Änderung am 2014-03-25 16:51:21


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