• vom 21.05.2014, 17:03 Uhr

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"Die Schere wird kleiner"




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Von Bruno Jaschke

  • Das Portal "Dossier" erhält zusammen mit Servus TV den Robert-Hochner-Preis. Finanziert wird es über Crowdfunding.

Das Dossierteam: Paul Pölzbauer, Georg Eckelsberger, Fabian Lang, Florian Skrabal, Sahel Zarinfard, Peter Sim (von l. nach r.). - © Dossier

Das Dossierteam: Paul Pölzbauer, Georg Eckelsberger, Fabian Lang, Florian Skrabal, Sahel Zarinfard, Peter Sim (von l. nach r.). © Dossier

"Im Abseits" hieß eine Reportage, in der Servus TV die eigentümliche Situation um Asylunterkünfte in Österreich dokumentierte. 56 Stunden Videofilm und 4247 Dokumentarfotos sind das Basismaterial für den 50-minütigen Bericht. Heute, Donnerstag, wird der Privat-Sender, den nicht wenige für den besseren ORF halten, dafür durch Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Robert-Hochner-Preis ausgezeichnet. Da die Recherchen zu großen Teilen auf Arbeiten des Vereins für investigativen und Datenjournalismus fußen, geht der Hochner-Preis auch an dessen Portal "Dossier".


Die Asylunterkunfts-Recherche ist die zweite Arbeit, die Dossier realisiert hat, seit es im Herbst 2012 online gegangen ist. Die erste war eine akkurate Auflistung des Inseratenvolumens, das von öffentlichen oder öffentlichkeitsnahen Stellen der Stadt Wien zum Gratis-Blatt "Heute" fließt, und hatte eine Klagsdrohung von Herausgeberin Eva Dichand und viele Beschwerden zur Folge.

Anerkennung finanziert
Ebenso war sie aber auch der Auftakt zu einer ansehnlichen Anzahl von Auszeichnungen. 2013 hatte das sechsköpfige Dossier-Team den dritten Platz beim Axel-
Springer-Preis für junge Journalisten in der Kategorie Internet erreicht. Vom Medienhaus Wien bekam es im selben Jahr den Walther Rode Preis zugesprochen; für den Civis Medienpreis in Berlin hatte es immerhin eine Nominierung geschafft. Diese Preise haben mehr als nur ideellen Charakter: Sie tragen zum ökonomischen Auskommen des Portals bei, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Themen von öffentlichem Interesse zu recherchieren. Solchermaßen bekommt Anerkennung - auch - eine zählbare Dimension.

"Die Schere zwischen investierter Arbeit und Ertrag ist zwar noch immer weit offen, aber sie wird zumindest etwas kleiner", berichtet Florian Skrabal, in der flachen Dossier-Hierarchie so etwas wie der "primus inter pares". Natürlich sei, wie er rasch hinzufügt, an eine annähernd leistungsgerechte Entlohnung des Arbeitsaufwands nicht zu denken. Immerhin aber muss Skrabal, der früher für "Presse" und "Datum" geschrieben hat, keine Nebenjobs annehmen. Etwas Nachhilfe von Zuhause wird nicht abgelehnt.

Grundsätzlich finanziert sich Dossier, das auf Werbeeinnahmen verzichtet und eine Presseförderung weder je bekommen noch annehmen würde, über Spenden. Da die Belegschaft eben aus Journalisten, einem Mediengestalter und einem Datenspezialisten besteht und in ökonomischen Fertigkeiten wie Fundraising eher ungeübt ist, kooperiert sie in monetären Angelegenheiten mit der Plattform respekt.net. Deren Kernkompetenz besteht darin, Menschen mit Ideen mit potenziellen Unterstützern kurzzuschließen.

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Dokument erstellt am 2014-05-21 17:08:03


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