London. Großbritanniens öffentlich-rechtlicher Sender, die BBC, soll laut dem US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" hunderte Stellen abbauen. Mehr als 550 Jobs seien von den Plänen betroffen, so das Branchenblatt. Der Schritt, der demnach erst im Juli offiziell bekanntgegeben werden soll, betreffe vor allem die Sparte BBC News, wo zwischen 475 und 500 Stellen wegfallen sollen. Hinzu kommen 75 bis 85 weitere Jobs im britischen BBC-Radioprogramm.

Die Pläne betreffen laut "Forbes" sechs Prozent der Mitarbeiter im Nachrichtensektor, in dem rund 8000 Menschen arbeiten. Die Stellen sollen demnach innerhalb der nächsten zwei Jahre wegfallen. Noch in dieser Woche will sich der Nachrichtendirektor der BBC, James Hardling, dem "Guardian" zufolge mit Mitarbeitern treffen, um über die geplanten Stellenstreichungen zu diskutieren. Der Stellenabbau ist Teil der BBC-Initiative Delivering Quality First, die der damalige Direktor Mark Thompson 2011 mit dem Ziel radikaler Kostensenkungen ins Leben gerufen hatte. Wie der "Guardian" berichtet, hatte die BBC 2012 und 2013 bereits 200 Stellen gestrichen.

Aus für Digitalkanal BBC3


Ferner soll ein speziell auf junge Hörer ausgerichteter Digitalkanal dem Sparkurs zum Opfer fallen. BBC-Chef Tony Hall soll entschieden haben, den 2003 ins Leben gerufenen Sender BBC3 künftig nur noch online anzubieten. BBC3 hat in den vergangenen elf Jahren beliebte Serien wie "Little Britain" und "Torchwood" produziert, die sich durch selbstkritische Komik auszeichnen. "Forbes" prognostiziert nun Unruhen in der BBC, deren Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind.