Groß, aber doch zu klein? Die Innsbrucker Olympia-Halle. - © Olympiaworld
Groß, aber doch zu klein? Die Innsbrucker Olympia-Halle. - © Olympiaworld

Wien.Diese Woche erwartete man in der Olympia-Halle in Innsbruck voller Spannung Besuch aus Wien. Eine Delegation der Task Force "Song Contest" des ORF hatte sich angesagt, um vor Ort die Gegebenheiten auf Tauglichkeit für den Eurovision Song Contest zu prüfen. Der ORF muss nach seinem Sieg heuer im kommenden Mai den Bewerb austragen. Alleine die Wahl der Location wird für den ORF immer mehr zur Lose-lose-Situation.

Nachdem ein Neubau einer Wiener Mehrzweck-Halle auf dem brachliegenden Gelände in Neu Marx zeitlich und finanziell knapp zu werden droht, nimmt man die bestehenden Hallen genauer unter die Lupe. In Frage kommen dafür die Stadthalle in Wien, die Olympia-Halle in Innsbruck und die Messehalle in Graz, wobei Letztere nicht mehr zu den Favoriten gezählt wird.

Der ORF befindet sich dabei in einem Dilemma, wie mit der Sache vertraute Personen der "Wiener Zeitung" erklären. Tirol habe ein finanziell ausgesprochen großzügiges Angebot gemacht. Landeshauptmann Günther Platter (VP) wolle den Bewerb unbedingt nach Tirol lotsen. Das ist von Vorteil. Von Nachteil ist aber, dass die Olympia-World nicht die optimalen Voraussetzungen zu bieten scheint.

Killer-Argument ist die Größe, denn eigentlich sind beide Hallen für eine Veranstaltung dieser Dimension zu klein. Die Wiener Stadthalle fasst jedoch je nach Konfiguration zwischen 16.000 und 11.000 Zuschauer. Die Olympiahalle nennt 12.000 bis 4000 auf ihrer Website. Hierbei müssen bei beiden Locations noch Abzüge für die massive TV-Technik einkalkuliert werden. Selbst dann fürchtet man im ORF eine Diskrepanz von bis zu 4000 Zuschauern zwischen Wien und Innsbruck - pro Show. Schließlich besteht der Bewerb aus zwei Halbfinalen und dem Finale. Zuletzt waren die Halbfinale nicht ausverkauft, in Summe würde man aber in Innsbruck wohl bis zu 10.000 Tickets weniger verkaufen können.

Eine Million Euro Unterschied


In Kopenhagen kosteten Tickets bis zu 216 Euro, Insider gehen daher davon aus, dass man in Wien bis zu einer Million Euro mehr alleine aus dem Ticketing erwirtschaften könnte. Ganz abgesehen davon, dass Gäste, die kein Ticket haben, auch nicht übernachten, feiern und shoppen. In Summe gehen Eventexperten daher von mehreren Millionen Euro aus, die bei einer Entscheidung für Innsbruck nicht erwirtschaftet werden könnten.

Offiziell will sich dazu niemand äußern. Klar ist jedoch, dass die Zeit des Song Contests bereits von anderen Veranstaltungen gebucht ist. Konkret steht etwa in der Stadthalle die Pferde-Show "Apassionata" sowie ein James-Last-Konzert auf dem Programm. Diese Veranstaltungen müsste man umbuchen und mit Ersatzterminen versorgen. Die Kosten dafür müsste der Veranstalter tragen - also letztlich der ORF.