Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat darauf hingewiesen, dass die Pressefreiheit in Birma weiterhin stark eingeschränkt sei. Fünf Journalisten der Zeitschrift Bi Mon Te Nay stehen zur Zeit wegen Herabwürdigung des Staates vor Gericht.

Das Blatt hatte berichtet, dass die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Aung San Suu Kyi mit Unterstützung anderer Gruppen eine Interimsregierung bilden wolle. Den Angeklagten drohen bis zu zwei Jahre Haft. Bi Mon Te Nay hat das Erscheinen eingestellt. Kommentatoren haben darauf hingewiesen, dass das Blatt der Regierung von Präsident Thein Sein aufgrund seiner muslimischen Eigentümer ein Dorn im Auge war. Immerhin sind entsprechende Berichte auch in anderen Medien erschienen.

Das Verfahren ist ein Teil der Kampagne zur Kriminalisierung journalistischer Arbeit. Im Juli wurden fünf Mitarbeiter der Zeitschrift Unity Weekly zu zehn Jahren Gefängnis wegen Verrats von Staatsgeheimnissen verurteilt. Sie hatten über eine Chemiewaffenfabrik des heeresnahem Unternehmens KaPaSa berichtet.

Dass Thein Sein die Presse des Landes als eine der freiesten in Südostasien bezeichnet, klingt in den Ohren der Medienarbeiter wie purer Hohn.