Wien. Das Internet gleicht einem unüberschaubaren Informationsdschungel. Es gibt Milliarden von Seiten, die Millionen von Themen aufbereiten. Nutzer sind da auf maschinelle Hilfe angewiesen, sonst würden sie sich nicht zurechtfinden. Daher gibt es Suchmaschinen. Mit Hilfe von ausgeklügelten Algorithmen zeigen sie in Bruchteilen von Sekunden an zu einem Suchbegriff passende Verlinkungen an.

Suchmaschinen sind mächtige Instanzen, die Torwächter des Internets. Dass Suchmaschinen unsere Wahrnehmung lenken, wird bei einem dominanten Dienst wie dem von Google besonders deutlich. Am Tag bearbeitet er über eine Milliarde Anfragen, manche sprechen sogar von drei Milliarden. In Österreich liegt der Marktanteil des Dienstes bei fast 96 Prozent. Wer online sucht, der googelt - das Verb hat es ins Wörterbuch geschafft.

Diskretion geboten

Nicht allein das Monopol ist bedenklich. Auch die Datenschutzlage lässt zu wünschen übrig, wie bei allen Google-Diensten. Suchanfragen werden hier 18 Monate, IP-Adressen neun Monate gespeichert. Interessen, Familienverhältnisse, religiöse Überzeugungen, Krankheiten - diese privaten Informationen werden aufgezeichnet und verwertet. Denn von den Daten lebt Google, es verkauft sie an Werbekunden.

Grund genug, den Dienst zu wechseln? Alternative Angebote gibt es längst. Sie werben sogar mit strengem Privatsphäre-Reglement. Da wären etwa Startpage und Ixquick, die "diskretesten Suchmaschinen der Welt". Sie speichern keine IP-Adressen, sammeln keine persönliche Daten und hinterlassen keine Cookies im Browser. Der Betreiber sitzt in den Niederlanden. Die Server befinden sich zum Teil in den Niederlanden, zum Teil in den USA. Suchanfragen aus Europa werden laut Betreiber über Server in den Niederlanden geleitet.

Wer von der Qualität der Google-Suche überzeugt ist, dem könnten Startpage und Ixquick liegen. Denn sie greifen auf den Index des Suchmaschinenriesen zu und liefern so "100-prozentig echte Google-Ergebnisse". Wobei die Privatsphäre gewahrt bleibt. Aus Anfragen werden alle Informationen entfernt, die jemanden identifizieren könnten. Erst dann geht sie anonym an Google.

Startpage/Ixquick, Träger des Europäischen Datenschutzsiegels, profitieren zunehmend vom Snowden-Effekt. Im März 2013, kurz nach den Prism-Enthüllungen, stiegen die täglichen Suchanfragen der Seiten auf 2,5 Millionen, vorher war es weniger als eine Million gewesen.