Berlin. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG), die sich weltweit für Informations- und Pressefreiheit einsetzt, beklagt die Unterdrückung der Pressefreiheit in den vom Islamischen Staat (IS) kontrollierten Gebieten. In diesen Regionen in Syrien und dem Irak habe die Terrorgruppe mit Gewalt, Drohungen und aufgezwungenen Verhaltensregeln erreicht, dass Journalisten allenfalls nur noch zensiert und unter andauernder Lebensgefahr berichten können.

Damit seien sowohl die dort lebenden Menschen als auch die Außenwelt von glaubwürdigen Informationen über die Lage vor Ort abgeschnitten. "Der IS führt seinen Krieg ebenso sehr in den Medien wie mit Waffen. Die Gruppe bekämpft gnadenlos jeden Journalisten, der sich ihrer Propaganda nicht unterordnet", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Journalisten müssen unbehelligt recherchieren und berichten können. Wer sie nach Belieben jagt und ermordet, vergeht sich an den Menschenrechten und muss entsprechend bestraft werden", so Mihr weiter.

Neben den US-Reportern James Foley und Steven Sotloff haben die Dschihadisten des IS bisher mindestens acht syrische und einen irakischen Journalisten ermordet. Derzeit halten sie mindestens neun irakische Journalisten als Geiseln, zudem den seit zwei Jahren entführten Briten John Cantlie, der zuletzt mehrfach als Sprachrohr der IS-Propaganda vorgeführt wurde. Rund 20 syrische Journalisten sind in der Gewalt des IS oder anderer bewaffneter Gruppen.