Wien. "Kaufen Sie keine Tickets - es gibt sie noch nicht", warnt etwa Ö3 in Radiospots seine Hörer vor dubiosen Anbietern, die bereits jetzt Song-Contest-Tickets verkaufen wollen, die sie aber gar nicht haben. Denn der Grund ist: Es gibt die Tickets noch gar nicht, wie man beim ORF auf Anfrage bestätigt. Das verwundert, hieß es doch im ursprünglichen Plan des ORF, man wolle Mitte November mit dem Verkauf der begehrten Plätze in den TV-Shows beginnen. Doch davon ist nun keine Rede mehr, heißt es aus dem ORF.

Einen neuen Termin gibt es offiziell auch noch nicht. Die Rede ist nun von einem Verkaufsstart noch "vor Weihnachten". Wann genau dieser startet, will man mindestens zwei Wochen vorher bekanntgeben, damit die Kunden genug Zeit haben, sich einen Vertriebsweg auszusuchen. Es soll die Tickets nämlich nicht nur online, sondern auch auf anderen Vertriebswegen geben. Welche das sind, will man im ORF noch nicht bekanntgeben.

First come, first serve

Das Grundprinzip für den Verkauf ist jedoch schon fix: Es gilt: "First come, first serve", also die schnellsten Besteller bekommen auch den Zuschlag. Eine Art "Lotterie", wie es sie im Rahmen der wohl ebenso völlig überbuchten Fußball-EM 2008 gab, wird es also nicht geben. Im ORF rechnet man daher damit, dass das Finale mit ungefähr 10.000 Tickets blitzartig ausverkauft sein dürfte.

Doch es gibt ja noch andere Veranstaltungen. Es gelangen auch für die beiden Halbfinale, wie auch pro Sendung zwei Proben in den Verkauf. Insgesamt werden demnach an die 100.000 Tickets verkauft, für alle, die einmal richtige Song-Contest-Atmosphäre schnuppern wollen.

Eine Begründung für die Verschiebung des Ticket-Verkaufs gibt es im ORF nicht. Die Rede ist davon, dass die genaue Platzaufteilung noch nicht fixiert ist und man daher noch nicht genau sagen kann, wie viele Plätze es letztlich in der Wiener Stadthalle geben wird. Es ist zudem zu hören, dass es für den Verkauf keine Vorgabe der europäischen Fernsehunion EBU, dem offiziellen Veranstalter, gibt. Diese setzt den Rahmen für den Song Contest. In diesem Fall steht es dem ORF frei, den Start selbst zu bestimmen.

Im ersten Halbjahr wirft der Song-Contest im Mai in Wien auch im ORF-Programm seine Schatten voraus. So soll bereits im Jänner eine Online-Aktion starten, bevor am 20. Februar die heimische Teilnehmersuche mit der TV-Vorausscheidung in die heiße Phase geht. Vier Live-Shows sind dazu geplant.

Aus allen Rohren

Im März ist eine "Wir sind Kaiser"-Ausgabe zum Gesangswettbewerb geplant, im April steht dann mit "Starlight reloaded" eine BBC-Produktion über 60 Jahre ESC an. In den zwei Wochen vor dem Finale am 23. Mai gibt es schließlich tagesaktuelle Berichterstattungen, mit "Eurovision Inside" ein tägliches Magazin und weitere Spezialsendungen. Auch sämtlichen Nachrichten, Magazinen, Diskussionen und Talks werden nicht am Event herumkommen. In der Finalwoche meldet sich das Team dann täglich live aus der Wiener Stadthalle.