• vom 11.12.2014, 12:27 Uhr

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Update: 11.12.2014, 12:32 Uhr

Leistungsschutzrecht

Aus für Google News in Spanien




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Von WZOnline/APA

  • US-Unternehmen sei zu "drastischen Maßnahmen" bereit, was den VÖZ "Wenig überrascht"

Madrid/Wien. "Wenig überrascht" zeigte sich Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), über die Ankündigung von Google, den Nachrichtendienst Google News in Spanien mit 16. Dezember zu schließen. Das US-Unternehmen sei zu "drastischen Maßnahmen" bereit, "um sich mit aller Marktmarkt gegen die Vergütung von Urheberrechten zu stemmen".

Google hat am Mittwoch bekannt gegeben, die Nachrichten-Website in Spanien nicht mehr zu betreiben. Hintergrund ist eine Gesetzesreform, der zufolge der Suchmaschinendienst und ähnliche Unternehmen eine Gebühr an Verlage und Autoren zahlen müssen, wenn sie Auszüge aus deren Texten anzeigen. Die sogenannte "Google-Gebühr" tritt mit 1. Jänner 2015 in Kraft. Der Internetkonzern hat nun neuerlich darauf hingewiesen, dass Google News keine Werbung enthalte und entsprechend kein Geld einbringe. Deshalb sei die Abgabe nicht tragbar.


Auch Suchergebnisse erfasst
Grünberger geht aber davon aus, dass Google dennoch zur Kasse gebeten wird: "Das spanische Leistungsschutzrecht umfasst die Ergebnisse der gesamten Google-Suche." Eine Beendigung des Nachrichten-Dienstes reiche folglich nicht aus, um die Abgabe zu umgehen. Grundsätzlich hält es Grünberger für verkraftbar, wenn Google "einen sehr überschaubaren Teil seiner Gewinne an jene abtritt, welche für die Inhalte der Suchergebnisse verantwortlich sind". Alleine in Österreich erwirtschafte Google dem VÖZ zufolge jährlich ca. 150 Millionen Euro.

Der Verlegerverband will deshalb weiter an einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage nach spanischem Vorbild festhalten. Es sei wichtig, dass "in Europa möglichst viele Länder Google entschlossen gegenüber treten", betonte Grünberger. "Bei der Suche nach zusätzlichen Steuereinnahmen sollte sich die heimische Bundesregierung bei jenen Konzernen umsehen, die Werbegelder in dreistelliger Millionenhöhe vom österreichischen Standort abziehen und mit ihren Geschäftstätigkeiten kaum Wertschöpfung im Land belassen."

Google sieht es anders

Naturgemäß anders sieht man den Sachverhalt bei Google: Die Schließung von Google News "aufgrund der veränderten Rechtslage" in Spanien bedaure man sehr, wie Wolfgang Fasching-Kapfenberger, Sprecher von Google Austria, mitteilte. Der Dienst bringe Verlagen "echten Mehrwert, indem er Leser auf ihre Webseiten bringt". Das neue Gesetz in Spanien verpflichte Google allerdings, selbst für kleinste Textausschnitte zu zahlen - "egal ob die Verlage dies wollen oder nicht". Da Google News werbefrei sei, ist dieser Ansatz nicht tragbar, wie der Google-Sprecher betonte. Man werde aber dennoch weiter mit spanischen Verlagen zusammenarbeiten und sie dabei unterstützen, "ihre Reichweite und Umsätze im Internet zu erhöhen".

Wie viel Traffic von Google News zu den Medienhäusern gelangt, lässt sich allgemein nur schwer festhalten. Medienexperte Adam Sherk von der Define Media Group hat sich dieser Frage in seinem Blog angenommen und 80 vorwiegend US-amerikanische Nachrichtenseiten aus den Bereichen Print, Rundfunk und Digital angesehen. Insgesamt ergibt sich dabei ein Anteil von 12,48 Prozent des gesamten Suchmaschinen-Traffics von Nachrichtenseiten, der via Google News zustande kommt.

Allerdings variieren die Zahlen je nach Medium stark: Bei "USAToday.com" etwa liegt der Anteil bei 30,44 Prozent, bei "Reuters.com" gar bei 43,65 Prozent. Am anderen Ende des Rankings von Sherk liegt etwa die beliebte Seite "buzzfeed.com", die nur 0,69 Prozent ihres Suchmaschinen-Traffics zwischen Jänner und November über Google News generierte. Grundsätzlich dürften die Zahlen sogar noch höher sein, da die News-Vorschläge auf der Hauptseite von Google nicht inkludiert wurden, wie Sherk erläutert.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-12-11 12:29:10
Letzte Änderung am 2014-12-11 12:32:09


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