Wien. Die Abwehr zusätzlicher Belastungen für Kaufzeitungen und -magazine, die Reform und Erhöhung der Presseförderung sowie den Schutz von journalistischen Inhalten durch die kommerzielle Verwertung Dritter nennt Verlegerpräsident Thomas Kralinger als wichtigste Arbeitsschwerpunkte des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) für das Jahr 2015.

"An keiner Mediengattung verdient der Staat besser als an den Mitgliedsmedien des VÖZ. Die Kaufzeitungen und -magazine leisten bereits heute knapp 470 Millionen Euro an Steuern und Abgaben. Das ist mehr als genug. Zusätzliche Belastungen durch weitere Kürzungen der Förderungen oder Erhöhung der Steuern sind in der aktuellen wirtschaftlichen Verfassung Gift für die Medienvielfalt und eine Gefahr für die 16.000 Arbeitsplätze der VÖZ-Medien", so Kralinger. Die in Sachen Inserate für Boulevardmedien großzügige Regierung hatte erst im Vorjahr die Presseförderung gekappt. Zuletzt war im Zuge der Steuerreformdiskussion auch noch die Streichung des verminderten Umsatzsteuersatzes für Zeitungen im Gespräch.

Webkonzerne besteuern


Bei der Suche nach zusätzlichen Einnahmen sollte sich die heimische Bundesregierung laut Kralinger besser bei jenen Konzernen umsehen, "die Werbegelder in dreistelliger Millionenhöhe vom österreichischen Standort abziehen und mit ihren Geschäftstätigkeiten kaum Wertschöpfung im Land belassen". Der VÖZ-Präsident zielt mit dieser Aussage auf Internet-Konzerne wie den Suchmaschinenbetreiber Google. Die zentralen Forderungen des VÖZ kreisen denn auch im kommenden Jahr um Presseförderung und Leistungsschutzrecht. "Wir nehmen Medienminister Josef Ostermayer beim Wort, der für 2016 eine Reform der Presseförderung in Aussicht gestellt hat."