• vom 08.04.2015, 15:52 Uhr

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Das Passwort läuft ab




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  • Technofirmen von Microsoft bis Yahoo arbeiten an neuen Sicherheitssystemen.

Sicher ist sicher, aber wer soll sich die ganzen PINs und Codes noch merken? - © Dustin Steller/Design Pics/Corbis

Sicher ist sicher, aber wer soll sich die ganzen PINs und Codes noch merken? © Dustin Steller/Design Pics/Corbis

(cb) In der Serie "Gilmore Girls" gibt es eine Szene, in der Mutter Emily Tochter Lorelai den Sicherheitscode für ihren neuen Panic Room mitteilt. Er lautet "11111" - und ist vom Hersteller voreingestellt. Lorelai antwortet auf das Insistieren ihrer Mutter, sie denkt, sie müsse sich das nicht notieren, sie werde sich den Code wohl merken, gesetzt den Fall, sie bekommt kein Aneurysma.

Was hier noch lustig klang, ist im Grunde heute der Alltag der meisten Menschen, die im Internet unterwegs sind. Fast überall im Netz hinterlässt man bereits E-Mail-Adresse und Passwort. Die meisten ersparen sich langes Grübeln und verwenden überall ein und dasselbe Passwort. Das ist ungefähr so sicher wie "11111" - denn hat ein Hacker einmal das Passwort herausgefunden, hat er Zugriff auf alle Accounts. Es gibt zwar Passwortmanager-Apps, aber die wenigsten Nutzer finden sie praktikabel. Und so gehen die Technofirmen nun dazu über, ganz neue Alternativen zu finden.


Die Benutzererkennung durch einen Fingerabdruck ist bereits seit dem iPhone 5S sozusagen Alltag geworden. Das soll aber erst der Anfang sein, zumindest für Microsoft: Da wird daran gearbeitet, dass Geräte ihre Besitzer am Gesicht erkennen oder gar an einem Iris-Scan. Klingt nach Science-Fiction, ist aber mit den heute üblichen Kameras technisch einfacher machbar als die Fingerabdruck-Abnahme. Die hat außerdem ihre Sicherheitstücken: Biologische Unregelmäßigkeiten erschweren die Erkennung, weil nicht jeder Abdruck so stark ausgeprägt ist, dass er eindeutig gescannt werden kann. Außerdem lassen sich Fingerabdrücke - die überall hinterlassen werden - reproduzieren, indem man sie abfotografiert und nachmodelliert.

Neben der Kamera werden auch andere Features von Smartphones vermehrt zur Minimierung der Passwort-Flut eingesetzt: So hat das chinesische WhatsApp-Pendant WeChat kürzlich Stimmerkennung über das Handymikrofon eingeführt.

Allwissender Schmuck
Aber nicht alle setzen auf die Segnungen der Biometrik. Der E-Mail-Dienst Yahoo hat im März eine neue Zugangsmethode eingeführt. Wer sich dort einloggen will, bekommt nun jedes Mal ein neues, temporäres Passwort via SMS zugeschickt. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter will nun so ein System einführen.

Merken muss man sich auch nichts mehr, wenn man sich wie bei Google mit einem speziellen USB-Stick anmeldet. Bei der heurigen Consumer Electronics Show in Las Vegas hat sich das Start-up Everykey vorgestellt: Es produziert ein Armband, das alle Passwörter speichert und sich über Bluetooth auf allen möglichen Geräten anmeldet, wenn der Armbandträger in der Nähe ist. Dieses Accessoire ist sogar darauf angelegt, dass es in weiterer Zukunft die Wohnungstür öffnen und das Auto starten könnte.

Bis all diese Techniken massentauglich werden, gilt zu beachten: Ein Passwort sollte aus mindestens acht Zeichen bestehen und dabei Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen sowie Groß- und Kleinschreibung beinhalten.

Die sympathischste Idee hat übrigens der chinesische Onlinehändler Alibaba: Er will seine Kunden am Lächeln erkennen.




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