Wien. (eb) Auch in Europa ist die Pressefreiheit mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr. Zu diesem Schluss kommen der Weltzeitungsverband und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Mit mahnenden Worten treten sie anlässlich des Tages der Pressefreiheit am 3. Mai vor die Öffentlichkeit. VÖZ-Präsident Thomas Kralinger zur Lage in Österreich: "Auch wenn Journalisten in Österreich nicht um ihr Leben fürchten müssen, werden sie, wenn sie gegen Missstände anschreiben, viel zu schnell mit dem Leumund der Lügenpresse abqualifiziert. Dabei haben jene, die etwas zu verbergen haben, das größte Interesse, dass die freie Presse in Verruf gebracht wird und an Relevanz und Glaubwürdigkeit verliert. Wer so handelt, muss sich im Klaren sein, dass demokratische Gesellschaften ohne unabhängige Zeitungen und Magazine keine Zukunft haben."

Dessen ungeachtet, steht es in Österreich um die Pressefreiheit relativ gut: Die Organisation Reporter ohne Grenzen reiht Österreich immerhin im Spitzenfeld der Länder mit der größten Pressefreiheit auf dem siebenten Platz (auf den ersten drei liegen Finnland, Norwegen und Dänemark).

Schlusslicht Turkmenistan


Eine "schwierige Lage" für die Pressefreiheit sieht Reporter ohne Grenzen beispielsweise in Russland ebenso wie in der Ukraine, aber auch Länder wie die Türkei, Indien oder Mexiko fallen in diese Kategorie. Das Schlusslicht mit einer "sehr ernsten Lage" bilden Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea. China liegt auf dem fünftletzten Platz.

In den ersten Monaten des Jahres 2015 wurden laut Weltzeitungsverband WAN-IFRA 20 Journalisten getötet. Acht davon kamen beim islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ums Leben. Im Vorjahr wurden 61 Journalisten getötet, darunter alleine 17 in Syrien sowie je 5 im Irak und in der Ukraine.