• vom 04.06.2015, 15:39 Uhr

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ORF bremst bei Digitalradio




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Von Bernhard Baumgartner

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Seit wenigen Tagen ist das digitale Radio-Empfangssystem DAB+ mit an die 15, teilweise neuen Sender im Testbetrieb. Allerdings ohne den ORF oder andere große Radiosender. Großteils tragen neue, kleine Sender den Testbetrieb des Digitalradios, das in Europa bereits in unterschiedlichen Entwicklungsstufen üblich ist. Nun erklärte ORF-Chef Alexander Wrabetz, warum der ORF in Sachen Digitalradio mit beiden Beinen auf der Bremse steht: "Man ist gut beraten, UKW möglichst lange und glücklich laufen zu lassen", so Wrabetz. Man werde sich "nicht in eine rasche Umsetzung hineindrängen lassen". Immerhin müsse man mitbedenken, dass etwa 15 Millionen UKW-Radios in Österreich vorhanden seien. Käme es innerhalb eines Jahres zu einer Umstellung, käme dies "einer Enteignung" gleich.

Da hat der ORF-Chef freilich recht, diese Geräte müssten bei einer Abschaltung des analogen Radios tatsächlich entweder aufgerüstet oder entsorgt werden. Was Wrabetz freilich nicht dazu sagt, ist, dass das dem ORF bei der Digitalisierung des Fernsehens vor einigen Jahren völlig egal war. Da wurde (zur Freude des Elektrohandels) zügig abgedreht, was hunderttausende TV-Geräte wertlos machte. Weiters sagt Wrabetz nicht, was der wahre Hintergrund der Vollbremsung ist: Momentan hat der ORF noch immer ein De-facto-Monopol mit 75 Prozent Marktanteil, aufgehübscht mit einer Handvoll Privatradios. Durch eine Digitalisierung kämen dutzende neue Sender auf den Markt, die dem ORF (überfällige) Konkurrenz machen würden. Klar, dass Wrabetz das absolut nicht will.





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Dokument erstellt am 2015-06-04 15:41:04


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